Neo Technology erhält weitere Finanzspritze
Auf mittlerweile 80 Millionen US-Dollar Risikokapital kommt das hinter der Graphdatenbank Neo4j stehende Unternehmen.
- Alexander Neumann
Neo Technology, das maßgeblich in die Entwicklung der quelloffenen Graphdatenbank Neo4j entwickelte Unternehmen, hat in einer neuen Risikokapitalfinanzierungsrunde 36 Millionen US-Dollar einheimsen können. In der Series-D-Runde ist als neuer Investor Greenbridge Partners hinzugekomen, der bestehende wie Creandum, Sunstone und Fidelity’s Eight Roads Ventures komplettiert.
Mittlerweile kommt das in San Mateo beheimatete Neo Technology auf eine Gesamtsumme von 80 Millionen US-Dollar Risikokapital. Die Entwicklungs- und Forschungsabteilung des Unternehmens sitzt in Malmö, wo Neo4j seinen Ursprung hat.
Was sind Graphdatenbanken?
Bei Graphdatenbanken liegt der Fokus auf der Modellierung und Speicherung der Daten in Form von Knoten und Kanten. Die Knoten enthalten durch Properties Eigenschaften eines Objekts, während die Kanten Beziehungen zwischen den Objekten (Knoten) darstellen. Auch Kanten und Beziehungen lassen sich über Properties näher beschreiben. Zielgruppe für solche Graphdatenbanken sind Anwendungen, bei denen die Beziehungen zwischen den Objekten und eine performante Navigation in diesen im Mittelpunkt stehen. Neo4j eignet sich entsprechend für vernetzte Daten und lässt sich zum Beispiel bei sozialen Netzen, beim Routing, der Ursachenforschung, bei wissenschaftlichen Anwendungen, der Empfehlungsermittlung und der Verwaltung von komplexen Objektmodellen einsetzen.
Graphdatenbanken sind zwar nur eine Spielart der sogenannten NoSQL-Datenbanken, doch eine mit Potenzial. So haben die Analysten von Forrester prognostiziert, dass 2017 25 Prozent der Unternehmen Graphdatenbanken nutzen werden. Neo4j ist in diesem Segment unter den Open-Source-Varianten derzeit der deutliche Marktführer. Zu den bekannten Kunden gehört beispielsweise Walmart, auch spielte Neo4j eine nicht wohl nicht zu unterschätzende Rolle bei den sogenannten Panama Papers. Das Potenzial von Graphdatenbanken haben mittlerweile auch andere erkannt. So spielen sie seit noch gar nicht allzu langer Zeit eine größere Rolle für zum Beispiel IBM, Oracle und SAP, die das Konzept in ihren Produkten eingebaut haben. Weitere neue Konkurrenten sind der Spark-Entwickler DataStax und Dgraph.
Siehe dazu auf heise Developer:
- SoftwareArchitekTOUR, Episode 51: Softwareanalyse mit Graphendatenbanken
- Graphendatenbank: Flexible Datenabfragen mit Neo4j
- Abfragesprachen fĂĽr Graphendatenbanken