Doppelter Gewinn und gedämpfte Erwartungen bei Alcatel
Der Telecom-AusrĂĽster Alcatel hat 2000 seinen Gewinn verdoppelt, schraubt aber Erwartungen ans begonnene Jahr zurĂĽck.
Das Jahr 2000 bescherte dem französischen Netzausrüster und Endgerätehersteller Alcatel einen satten Profit: Der Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 106 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, berichtete Firmen-Chef Serge Tchuruk in Paris. Nach den vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz um 36 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro.
"2000 war für Alcatel ein Meilenstein: Wir haben größtenteils unsere Umwandlung in einen reinen Telekom-Akteur abgeschlossen", sagte Alcatel-Chef Tchuruk. Rund 85 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der Mischbetrieb im Telekom-Geschäft, in dem das Betriebsergebnis um 83 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro stieg. Der Erfolg in der Sparte sei vor allem auf die führende Position bei Breitband-Datenlösungen und optischen Netzwerken, auch unterseeisch, begründet. Im Zweig Optronics, der optische Komponenten wie Laser und Filter herstellt, kletterte der Umsatz im Vergleich zu 1999 um 144 Prozent auf 432 Millionen Euro, das operative Ergebnis wurde mit 95 Millionen Euro fast vervierfacht. Für diesen Geschäftsbereich erwartet Tchuruk im laufenden Jahr ein Umsatz-Plus von über 60 Prozent.
Die Umsätze im klassischen Kabelgeschäft stiegen im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 4,8 Miliarden Euro. Angaben zu Umsatz und Ergebnis des Handy-Geschäfts wurden zunächst nicht gemacht. Gegenüber dpa sagte eine Firmensprecherin, Alcatel habe insgesamt 20 Millionen Mobilfunktelefone verkauft. 1999 seien es noch elf Millionen gewesen. In Deutschland habe sich die Stückzahl auf vier Millionen verfünffacht.
Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Tchuruk insgesamt optimistisch, korrigierte aber frühere Prognosen leicht nach unten. Statt den noch im Oktober genannten 25 Prozent ist in dem Unternehmen nun von einem Umsatzwachstum "zwischen 20 und 25 Prozent" die Rede. Im ersten Halbjahr rechne man mit einer Abschwächung der Dynamik in den USA, wo Alcatel fast ein Fünftel seiner Erlöse erzielt. In Europa würde die Nachfrage nach breitbandigen Netzen konstant bleiben.
Der Alcatel-Chef zeigte sich insgesamt allerdings weit weniger skeptisch als das krisengeschüttelte US-Unternehmen Lucent, das für profitable Ergebnisse 16.000 Mitarbeiter entlassen will – Lucents Probleme erscheinen aber größtenteils hausgemacht. Aber auch der kanadische Telecom-Ausrüster Nortel, der in diesem Monat seine Umsatzwachstums-Erwartungen von 35 auf 30 Prozent heruntergeschraubt hatte, sieht etwas mehr dunkle Wolken über dem Telekommunikationsmarkt aufziehen als der französische Konzern. ( Götz Konrad) / ()