Familien-Ministerium: zu wenig Frauen in IT-Berufen

Die Initiative D21 und das Bundesfamilienministerium wollen erreichen, dass mehr junge Frauen in der IT-Branche aktiv werden.

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  • JĂĽrgen Kuri

Die Initiative D21 und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Jugend und Frauen (BMFSFJ) wollen erreichen, dass mehr junge Frauen in der IT-Branche aktiv werden. Frauen seien trotz immer besserer Qualifikation kaum in IT-Berufen vertreten, erklärten das BMFSFJ und D21. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von über 200 Firmen, um "die Transformation von der Industrie- zur Informationsgesellschaft in Deutschland zu beschleunigen", wie es in der Selbstbeschreibung des gemeinnützigen Vereins heißt.

Der Anteil der Frauen in Ausbildungsberufen der IT-Branche liege bei nur 14 Prozent, und beim Studiengang Informatik seien lediglich 17 Prozent der Studienanfänger weiblich, erklärte Bundesfamilienministerin Christine Bergmann: "Nach wie vor konzentrieren sich mehr als die Hälfte aller weiblichen Auszubildenden auf insgesamt zehn Berufe, vor allem im Büro- und Dienstleistungsbereich." Unter den Top 10 bei der Berufswahl junger Frauen seien IT-Berufe – anders als Frisörin, Verkäuferin oder Bürokauffrau – nicht zu finden. Diese eingeschränkte Berufswahl wirke sich nachteilig auf Arbeitsmarktchancen und Gehälter der Frauen aus, meinte Bergmann.

Gottfried Dutiné, Geschäftsführungsvorsitzender von Alcatel Deutschland und Leiter der D21-Arbeitsgruppe "Frauen und IT", erläuterte, das vorherrschende Bild vom Informatiker als einem "weltfremden Hacker" entspreche längst nicht mehr der Wirklichkeit. Jungen Frauen werde zu selten geraten, IT- Berufe zu wählen. Nach Untersuchungen der Arbeitsgruppe liege dies am Image der Berufe und an Informationsdefiziten bei Schülerinnen und Schülern. Eine Image- und Aufklärungskampagne sei daher der Schwerpunkt der Arbeit des nächsten Jahres.

Bergmann kündigte an, den Frauenanteil an IT-Berufsausbildungen und im Informatikstudium bis 2005 auf 40 Prozent steigern zu wollen. "Mit dem Ausbildungsprojekt 'IDEE-IT' wollen wir junge Frauen und Mädchen ermutigen, Berufe in dieser Branche zu ergreifen", meinte die Familienministerin. Das im Juni dieses Jahres gestartete Projekt ist das größte im Bereich "Frauen und IT" von D21 und wird durch das BMFSFJ nunmehr mit rund zwei Millionen Mark gefördert. (jk)