Studie zeigt digitale Spaltung in Großbritannien

Hohe Verbindungsgebühren und Hardwarekosten führen nach einer Studie des britischen Erhiehungsministeriums zu einer digitalen Spaltung der Gesellschaft.

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Von
  • Andreas Grote

Eine Studie des britischen Erziehungsministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass Haushalte mit höherem Einkommen moderne Technologien wie PC und Internet weitaus mehr nutzen als Haushalte mit einem geringen Einkommen. Hauptgrund für die "digitale Spaltung" der britischen Gesellschaft: Die für den Online-Zugang benötigte Hardware und die Verbindungsentgelte sind für Geringverdiener schlichtweg zu hoch.

Die Forscher fragten 4.039 Erwachsene unter anderem, welche Informationstechnologien sie benutzen beziehungseise was sie davon abhält. 68 Prozent der Befragten in der Gruppe mit dem höchsten sozio-ökonomischem Niveau arbeiten bereits mit dem Internet. In der ökonomisch am schwächsten gestellten Gruppe haben bisher nur 23 Prozent das Internet genutzt und halten sich dabei auch deutlich kürzer im Netz auf. Allerdings entwickelt sich die Anzahl jener, die neu ins Internet einsteigen, in dieser Gruppe am stärksten. Im Durchschnitt besitzen 44 Prozent der Briten einen Internet-Zugang.

Doch auch wer in Gegenden mit hoher Armut und Arbeitslosigkeit lebt, benutzt das Web über öffentliche Zugriffsmöglichkeiten bis zu sieben Stunden in der Woche, um E-Mails zu versenden oder Jobangebote zu suchen, heißt es in der Studie. Nur wenig Gebrauch vom Internet machen auch allein erziehende Mütter, Behinderte oder Menschen mit Lernschwierigkeiten. Unabhängig von Einkommen und sozialer Stellung glaubten aber alle Befragten, dass der richtige Umgang mit moderner Technologie der Schlüssel zum Erfolg für ihre Kinder sei.

Der zuständige Minister für die Bereiche Lernen und Technologie, Michael Wills, schließt aus der Studie, dass zu viele Briten im Umgang mit den neuen Technologien noch zu unerfahren sind oder keinen Zugriff darauf haben, obwohl der Umgang mit dem PC heute in fast jedem Job gebraucht wird. Wills will daher eine Taskforce einsetzen, um Männer und Frauen im Umgang mit PC und Internet besser für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Bis 2005 will der Minister allen Internet-Interessierten einen Zugriff auf die neuen Technologien garantieren und investiert dafür rund sechs Millionen Mark. (Andreas Grote) / (wst)