Symantec pocht auf Patent für Software-Updates
Symantec wedelt den Konkurrenten mit zwei Patenten vor der Nase, die die Update-Technik des Tools- und Antiviren-Spezialisten schützen.
Symantec hat bekannt gegeben, unter den Nummern 6,167,407 (Backtracked incremental updating) und 6,052,531 (Multi-tiered incremental software updating) auf ihre Software-Update-Technik zwei Patente erhalten zu haben. Die von Symantec auch als Microdefinition System bezeichnete Technik für Aktualisierungen der Antiviren-Software des Konzerns ermöglicht nach Firmenangeben bis zu 90 Prozent kleinere Update-Files, da nicht alle Virus-Definitionen heruntergeladen werden müssen. Stattdessen werde nur ein kleiner Teil übertragen, der dann den bestehenden Daten hizugefügt werde. Laut Symantec läuft die LiveUpdate-Software dadurch bis zu viermal schneller als bei einer kompletten Übertragung der gesamten Virus-Definitionen. Eingesetzt wird die Technik bereits in der Norton AntiVirus Corporate Edition 7.5, ebenso in Norton AntiVirus 2001, Norton AntiVirus 2000 und Norton AntiVirus 5.0.
Während beim ersten Patent explizit vom Update einer Softwareapplikation die Rede ist, spricht Symantec im zweiten Patent nur noch von einem "computer readable file". Dies zeigt bereits, wohin nach der Vorstellung des Herstellers die Reise gehen könnte – von Anti-Viren-Programmen zu Software im Allgemeinen. Und tatsächlich erklärte Symantec bereits, dass ihre Technologie auch bei allgemeinen Daten-, Programm- und Datenbankdateien eingesetzt werden könne, aber auch für Grafik- oder Audio-Files.
Die Debatte über Patente für Software und Geschäftsmodelle hat sich in den vergangenen Monaten in den USA immer weiter aufgeheizt. Zu den Patenten, die dabei am stärksten unter Beschuss gerieten, zählt die von Amazon.com patentierte 1-Click-Technik. Nicht weniger Aufsehen verursachte, dass British Telecom sogar ein Patent auf Hyperlinks beansprucht.
Gegner versuchen derweil, Patente durch die prior art-Bestimmung zu Fall zu bringen. Danach wird ein Patent unwirksam, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Technik durch jemand anderen als den Patentinhaber schon vor Einreichung der Patentschrift eingesetzt wurde. Im Oktober vergangenen Jahres riefen schließlich Verleger Tim O'Reilly und – zur allgemeinen Verwunderung – Amazon-Chef Jeff Bezos mit BountyQuest sogar eine eigene Website ins Leben, mit der der sie gegen die Flut unsinniger Patente ankämpfen wollen.
Nun sind Software-Updates an sich ohne Frage ein alter Hut. Allerdings sei die Art neuartig, wie Symantec sie durchführe, meint Chefentwickler Carey Nachenberg. (nij)