Jetzt bewiesen: Service-Orientierung besser als Objekt-Orientierung

Dan Woods und Thomas Mattern geben im Buch "Enterprise SOA" endlich eine Antwort darauf, warum Service-Orientierung besser als Objekt-Orientierung ist. Peinlich, Peinlich!

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Von
  • Nicolai Josuttis

Jetzt weiß ich endlich, warum Service-Orientierung und damit SOA besser als Objekt-Orientierung (OO) ist, denn im Buch "Enterprise SOA" von Dan Woods und Thomas Mattern steht es kurz und knapp: Unter der Überschrift "Why is service orientation better than object orientation?" gibt es nur zwei kurze Absätze. Im ersten wird OO mit folgender Einschränkung erklärt "However, the calling application must be written in the same language as the object it is trying to access." Der zweite Absatz besteht dann nur aus einem Satz: "Web services provide a standard way to communicate between services, which may be written in different languages."

Das war's. Mehr nicht. Also alles klar, oder? Wer käme bei dieser Argumentation also noch auf die absurde Idee, Objekt-Orientierung machen zu wollen, denn der Vorteil von Services liegt klar auf der Hand: Im Gegensatz zu OO können verschiedene Progranmmiersprachen verwendet werden.

Für die, die es nicht bemerkt haben: Meine letzte Bemerkung war Sarkasmus pur (die Aussage im Buch leider nicht), denn selbstverständlich wird OO auch mit SOA noch benötigt. OO ist halt nur nicht das richtige Mittel, große verteilte Systeme zu betreiben.

Aber was erwartet man auch von einem Buch, bei dem einer der Autoren Marketing-Manager von SAP ist? Und der Abschnitt oben ist leider kein Einzelfall. So gibt es z.B. auch den Abschnitt "How does SAP help customers adopt ESA?" (ESA steht für Enterprise Service Architecture). Marketing pur, wie es ein Verkaufprospekt von SAP nicht besser (oder schlechter) machen könnte. Ich kann nur hoffen, dass Kunden derartigen Unsinn rechtzeitig merken. Insofern könnte das Buch noch ein Eigentor für SAP werden.

Peinlich auch für O'Reilly, den Verlag, der ja eigentlich einen ganz guten Ruf hat. Ein Titel wie "SAPs Marketing-Sicht auf SOA" wäre ja noch gegangen, so aber ist dies das erste Buch, vor dem ich explizit abrate. (Es sein denn, man will die Marketing-Sicht von SAP kennenlernen.) ()