Wie wichtig ist die "richtige" Ausbildung?

Kann man nur mit ausgebildeten Informatikern erfolgreich Software entwickeln, oder welche Art Ausbildung ist eigentlich die "richtige"?

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Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jutta Eckstein

Neulich auf dem Weg zu einer kurzen und befristeteten Projektberatung wurde ich gewarnt, dass der Auftrag dort eventuell nicht ganz so einfach werden würde, da das Team nicht nur aus Informatikern bestehen würde. Ich wurde dann auch noch explizit gefragt, wie schwierig ich die Situation wohl einschätzen würde, da dieses Projekt vor allem aus Physikern, Elektroingenieuren und Mathematikern bestehen würde. Um ehrlich zu sein - ich war sehr erstaunt über die Frage. Meine erste Reaktion war: So eine Frage kann eigentlich nur von einem Akademiker und nicht einem Pragmatiker stammen. Dann fiel mir auf, dass ich zumeist keine Ahnung davon habe, welche Art Ausbildung meine Projektmitarbeiter eigentlich haben, und dass es scheinbar für meine Arbeit auch unerheblich ist.

Für Pragmatiker sollte das eigentlich ein "alter Hut" sein, aber ich habe den Eindruck, dass man das doch nicht of genug betonen kann – viel wichtiger als die konkrete Ausbildung sind

  • die Fähigkeit zu abstrahieren
  • Verantwortung zu übernehmen
  • und im Team zu arbeiten

Als Basis für diese drei genannten Qualifikationen dient darüber hinaus die Fähigkeit sich in recht schneller Zeit in eine neue Thematik – sei es technologischer oder domänenspezifischer Art – einzuarbeiten. Genau diese Basisfähigkeit sehe ich als Hauptfokus eines jeden Studiums, d.h. unabhängig vom konkreten Fachbereich.

Nur um noch etwas klarzustellen – es wurde bereits genug über umgeschulte arbeitslose Lehrer usw. geredet (oder gelästert) und ich möchte hiermit auch nicht unbedingt eine Lanze dafür brechen, aber ich habe in meinen Projekten sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen mit Mitarbeitern, die sowohl eine Informatikausbildung genossen haben als auch mit welchen die fachfremd waren, gemacht. Und ich habe für mich daraus den Schluss gezogen, dass es vielmehr auf die bereits genannten Qualitäten: Abstraktionvermögen, Übernahme von Verantwortung, Teamfähigkeit und Flexibilität ankommt. ()