Schröder: Green Card auch außerhalb der IT-Branche
Bundeskanzler Gerhard Schröder plädierte dafür, die Green Card über die Computer-Branche hinaus auszudehnen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder macht sich offensichtlich einige Forderungen der Wirtschaft in der Debatte um Aufenthaltserlaubnisse für ausländische Spezialisten und Einwanderung zu Eigen. Schröder plädierte dafür, die Green-Card-Regelung über die Computerbranche hinaus auch auf andere Bereiche auszudehnen. Die deutsche Wirtschaft dürfe sich einem solchen Schritt nicht verschließen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wolle, sagte Schröder beim Jahresempfang der rheinland-pfälzischen Kammern am Donnerstag in Mainz. In dem Zusammenhang forderte der Kanzler eine offenere Zuwanderungsdebatte.
Die deutsche Wirtschaft hat nach Ansicht Schröders ein Modernitätsdefizit, das sie dringend abbauen muss. Dazu müsse die Frauenerwerbsquote deutlich erhöht werden. Die Quote sei gemessen am internationalen Standard erheblich zu niedrig.
Zumindest bei der Einwanderung und einer Ausdehnung der Green-Card-Regelung dürfte der Bundeskanzler bei der Wirtschaft offene Türen einrennen. So meinte schon DIHT-Präsident Hans Peter Stihl Ende Januar, um den Fachkräftebedarf der Internet-Wirtschaft zu decken, sei eine moderne Einwanderungspolitik notwendig, die über die Green-Card-Regelung hinausgehe. Qualifizierte Arbeitskräfte sollten grundsätzlich "die Perspektive eines dauerhaften Aufenthalts" erhalten. Aus einzelnen Branchen, vor allem der Elektrotechnik, war bereits zu hören, auch hier bestehe ein massiver Fachkräftemangel, der durch eine Ausdehnung der Green Card auf Bereiche außerhalb der IT-Branche behoben werden müsse. (jk)