Angeblich Cyberattacke auf russische Banken geplant
Der russische Geheimdienst hat eigenen Aussagen zufolge einen für Montag, den 5. Dezember geplanten Angriff auf Konten russischer Banken abgewehrt, den eine Welle von Falschmeldungen in sozialen Netzen hätte begleiten sollen.
(Bild: dpa, Silas Stein/Archiv)
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen geplanten Cyberangriff ausländischer Geheimdienste auf das Bankensystem des Landes aufgedeckt. Die Attacke, geplant für Montag, den 5. Dezember., habe das russische Finanzsystem destabilisieren sollen, teilte der FSB in Moskau mit. Die Kommandozentrale der Hacker befinde sich in den Niederlanden, genutzt würden dortige Server einer ukrainischen Firma.
Den Cyberangriff auf eine Reihe größerer Geldhäuser hätte zudem eine Welle von Falschmeldungen in sozialen Netzwerken begleiten sollen, die von einer Krise im Bankensystem, Insolvenzen und dem Entzug von Lizenzen hätten handeln sollen.
Unabhängige Bestätigungen für die Angaben des Geheimdienstes gab es nicht. Allerdings teilte die russische Zentralbank mit, sie sei über die Gefahr informiert und habe den Banken Abwehrmaßnahmen empfohlen. Nach FSB-Angaben sollten bei der Attacke auch massenhaft gefälschte SMS an russische Bankkunden verschickt werden.
Erhöhte Warnstufe für Cyberangriffe in Russland
In Kiew sagte der Chef der betroffenen Serverfirma BlazingFast, Anton Onopriitschuk: "Wir bemühen uns, rechtswidrige Handlungen unserer Kunden zu verhindern, und kooperieren mit den Rechtsschutzorganen aller Länder." Es habe aber keine Kontaktaufnahme seitens des FSB gegeben, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
In Russland gilt eine erhöhte Warnstufe für Cyberangriffe, seit die Vereinigten Staaten der russischen Regierung vorwirft, am Hackergriff auf die Demokratische Partei während des Wahlkamps beteiligt gewesen zu sein. Der amerikanische Vizepräsident Biden hatte damals erklärt, die Vereinigten Staaten würden eine verhältnismäßige Antwort darauf finden.
Die russische Notenbank dementierte derweil Berichte, dass Hacker 2 Milliarden Rubel (knapp 30 Millionen Euro) mit gefälschten Zugangscodes von Konten abgeräumt hätten. Ziel sei es gewesen, insgesamt 5 Milliarden Rubel zu erbeuten. In ihrer Mitteilung verwies die Zentralbank dagegen auf eine Übersicht zur Finanzmarktstabilität, in der es um Verluste durch Hackerangriffe des gesamten Jahres 2016 auf Konten kommerzieller Banken gegangen sei. Dabei seien 2,87 Milliarden Rubel erbeutet worden, von denen 1,67 Milliarden Rubel wiedererlangt worden seien. ()