Ricardo zeigt leichtes Differenzial
Der Ingenieursdienstleister Ricardo stellt ein 24 Prozent leichteres Hinterachsdifferenzial für Land Rover vor. Besonders interessant, wie die Ingenieure einiges davon über Bord werfen, was man über 100 Jahren offenbar als unveränderbar galt
Der Ingenieursdienstleister Ricardo stellte auf dem 15. Internationalen CTI Symposium in Berlin (5. bis 8. Dezember) ein 24 Prozent leichteres Hinterachsdifferenzial und ein um 16 Prozent erleichtertes Schaltgetriebegehäuse für Land Rover vor. Besonders interessant, wie im Falle des Differenzials die Ingenieure einiges davon über Bord werfen, was offenbar seit über 100 Jahren als unveränderbar galt.
In einem drei Jahre laufenden Entwicklungsauftrag namens ULTRAN von Land Rover, an dem in einem Konsortium außer Ricardo, auch Tata Steel, Lubrizol, die GRM Consulting Ltd, die American Axle & Manufacturing sowie die Universitäten Southampton, Newcastle und Warwick beteiligt waren, sollten Konstruktion, Entwicklung und Auswertung kostengünstiger Leichtbaumaßnahmen beschleunigt werden. Dabei ging es vor allem um Antriebskomponenten, die für die laufende Serie des Land Rover-Modells Range Rover entwickelt werden sollten. Ein Fahrzeug, das in seiner aktuellen Form immerhin 16 Prozent leichter ist als sein Vorgängermodell, was Ricardo in der Pressemitteilung nicht ganz zu Unrecht als „massive Reduktion“ bezeichnet. Ricardo leitete in ULTRAN federführend die Entwicklung der Antriebskomponenten Hinterachsdifferenzial und Schaltgetriebegehäuse, einige der Neuentwicklungen wurden für Ricardo patentiert.
Ricardo zeigt leichtes Differenzial (4 Bilder)

(Bild: Ricardo)
Skeletale Struktur
Zentrale Ideen sind eine skeletale, kraftaufnehmende Gehäusestruktur aus Metall mit Kunststoffteilen, die lediglich dem Verschluss des Bauteils dienen sowie einer neu gedachten Konstruktion der Mechanik, die zu einer Reduktion von Komponenten führt. So wird das Tellerrad von einem einzigen, großen, zweireihigen Kegelrollenlager geführt, dessen Lagerschild mit einem zentralen Stützbogen des Gehäuses verschraubt wird. Statt in einem seitlich angeordneten Käfig laufen die vier Räder des Ausgleichsgetriebes auf einem Achsenkreuz, das im Inneren des Kegelrades mithilfe eines angeschraubten Lagerschilds fixiert wird.