Der Kampf ums große Geschäft

Einen Science-Fiction zu schreiben, der in der unmittelbaren Zukunft spielt, ist immer riskant.

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Von
  • Inge Wünnenberg

In seinem neuen Buch "Legal High" skizziert Rainer Schmidt ein unglaubliches Szenario im Jahre 2019, in dem sich die Kanzlerin am Ende zur Legalisierung von Cannabis in Deutschland entschließt.

Treibende Kraft ist neben dem Finanzminister und den bayerischen Bauern die katholische Kirche. Doch das sind nur treffsichere Seitenhiebe des Autors.

Vor allem entspinnt sich im Vorfeld der Zulassung ein gnadenloses Wettrennen um die Pfründe zwischen Chemieunternehmen, Getränkeherstellern und all jenen, die sich eine Portion vom Kuchen sichern wollen. Derweil sitzt der Dude, Held aus Schmidts Vorgängerroman "Die Cannabis GmbH" und einst Züchter bester Hanfpflanzen, noch im Gefängnis.

Mit seiner ebenso amüsanten wie brillanten Gesellschaftssatire leistet Schmidt, selbst Nichtkonsument, keinen Beitrag zu irgendeiner Debatte.

Der Anhänger einer kontrollierten Legalisierung entwirft vielmehr einen Kosmos voll schillernder Figuren und einen zwar grotesken, aber keineswegs unrealistischen Kampf ums große Geschäft.

Rainer Schmidt: "Legal High". Rowohlt Berlin, 352 Seiten, 19,95 Euro (E-Book 16,99 Euro) (bsc)