OECD: Das Internet erleichtert die Geldwäsche
Ein Bericht der Financial Action Task Force der OECD warnt vor den Risiken des Online-Banking.
Die Financial Action Task Force (FATF), von der G7-Gruppe im Rahmen der OECD für die Erarbeitung von Strategien zur Bekämpfung der Wäsche illegaler Gelder eingerichtet, bezeichnet in ihrem neuesten Bericht das Online-Banking als besonders attraktive Möglichkeit für Kriminelle. Die Vorteile für die Geldwäsche bestünden vor allem darin, dass Konten ohne Face-to-Face-Kontakt eröffnet und Transaktionen auf eine depersonalisierte Weise ausgeführt werden können.
Bislang bestünde das Risiko bei der Geldwäsche bei jedem ersten Kontakt zwischen Kunden und Bank, bei dem der Kunde sich ausweisen müsse. Doch mit dem Online-Banking können die Kunden, zumal ein Online-Konto ohne Verbindung zu einem "traditionellen Konto" eingerichtet werden kann, anonymer bleiben. Daher werde es schwieriger, die illegal erworbenen Gelder zu den Kriminellen zurückzuverfolgen.
Der Bericht weist zwar ausdrücklich darauf hin, dass es bislang keine nachgewiesenen Fälle der Geldwäsche gibt, die über Online-Banking ausgeführt wurden: "Das Fehlen solcher Beweise wurde (von den Experten) nicht als Zeichen dafür betrachtet, dass Geldwäsche nicht über Online-Verbindungen ausgeführt wird. Manche Experten sind der Meinung, dass bislang die geeigneten Mittel zur Entdeckung der Geldwäsche-Aktivitäten noch nicht richtig entwickelt worden sind."
Gefunden habe man aber letztes Jahr andere Fälle des Betrugs im Internet, die so geartet sind, dass auf dieselbe Weise auch Geldwäsche abgewickelt werden könne. So bestehe beispielsweise die Möglichkeit, eine Firma einzurichten, die ihre Dienste über das Internet anbietet. Dann könnten die Geldwäscher diese Dienste "benutzen" und sie über Kreditkarten bezahlen, wobei die Gelder aus dem Ausland kommen. Die Firma kann dann ganz normale Einkünfte angeben. Der Geldwäscher besitzt dabei nur die Firma und die Konten, von denen die Gelder überwiesen werden. Die Kreditkartenunternehmen, die Internetprovider oder die Banken leisten dagegen ganz normal ihre Dienste und können nicht wissen, was hier geschieht – schließlich können selbst die Banken, die die Konten verwalten, nur einen Teil der Transaktionen verfolgen. Das Problem für die Strafverfolger sei, den ganzen Verbindungen in diesem Schema auf die Spur zu kommen. Ideal zum Verwischen der Spuren seien auch die Online-Kasinos. Die FATF erklärte, es gäbe Hinweise, dass Kriminelle diese benutzen, um Verbrechen zu begehen und Geld zu waschen.
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