Krankenkassen: Vorsicht bei Gesundheitsberatung via Internet

Die Informationen und Beratungen über verschiedene Krankheiten, deren Erkennen, Diagnostik oder Therapie via Internet würden große Gefahren in sich bergen.

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  • dpa

Vor unkalkulierbaren Risiken bei der Gesundheitsberatung über das Internet haben Schleswig-Holsteins Ersatzkassen gewarnt. "Die Informationen und Beratungen über verschiedene Krankheiten, deren Erkennen, Diagnostik oder Therapie bergen große Gefahren in sich, wenn dazu auch noch eine Selbstdiagnose oder gar eine Selbsttherapie angeboten wird", sagte Ersatzkassensprecher Lothar Thormählen in einem dpa-Gespräch. "Informationen aus dem Internet können den Arztbesuch nicht ersetzen, eignen sich aber gut zur Vorbereitung eines Arzttermins", meinte Thormählen. "Davon profitiert nicht nur der Arzt, sondern auch der Patient."

Die Ersatzkassen warnten auch davor, Name und Anschrift allzu leichtfertig den Internetanbietern zu überlassen. "Es besteht kein Datenschutz, sodass man mit einer Flut von Werbung von Gesundheitsanbietern rechnen muss", sagte Thormählen. "In Notfällen ist nicht der Computer, sondern der Arzt des Vertrauens oder sogar der Notarzt gefragt." Hier sei es lebensgefährlich, sich die Informationen vom Bildschirm zu holen.

Die Internetbenutzer sollten auch darauf achten, dass die Informationen allgemein verständlich aufbereitet sind, riet der Kassensprecher. "Medizinisches Fachchinesisch kann leicht zu fatalen Missverständnissen führen." Bei der Gesundheitsberatung sollten außerdem die Gesundheitsinformationen im Mittelpunkt stehen und nicht die Werbung für ein Produkt. Thormählen zufolge gibt es auch Anbieter, die die Berechnung von Überlebenswahrscheinlichkeiten anbieten. "Die Ersatzkassen halten solche Informationen für ausgemachten Humbug." Krankheitsverlauf und Heilungschancen hingen von vielen verschiedenen Faktoren ab. (dpa) / (jk)