Sony kauft Playstation-Emulator
Nach zweijährigem Rechtsstreit mit Connectix um deren Playstation-Emulator hat Sony nun beschlossen, die Software einfach aufzukaufen.
Nach zweijährigem Rechtsstreit mit Connectix um deren Playstation-Emulator hat Sony nun beschlossen, die Software einfach aufzukaufen. Im Frühjahr 1999 hatte Sony Klage gegen die in San Mateo, Kalifornien, ansässige Firma Connectix eingereicht, als diese die Virtual Game Station auf den Markt brachte. Die Software ermöglicht es, Spiele für die Playstation auf PCs zu spielen. Sony sah darin einen Verstoß gegen das Urheberrecht und eine Verletzung ihrer Patente.
Nun allerdings kam die überraschende Wende: Sony wird nach eigenen Angaben nicht nur die Klage fallen lassen, sondern sogar die hinter der Virtual Game Station stehende Technik erwerben. Der Verkauf der gegenwärtigen Version der Software durch Connectix an Windows- und Macintosh-User wird Ende Juni eingestellt.
Derzeit streiten sich die Experten über die Gründe für Sonys Entscheidung. Nicht wenige sehen darin den einfachsten Weg, die unliebsame Konkurrenz mit Geld aus dem Weg zu räumen, statt auf den positiven Ausgang des Rechtsstreits zu warten.
Verständnis hierfür hat Gartner-Analyst P.J. McNealy, der Sonys Kampf gegen den PSX-Emulator guthieß. Schließlich zeige auch die Playstation 2 wieder einmal, dass die Konsolen-Hersteller mit den Spielgeräten selbst nichts verdienten beziehungsweise sogar Verluste machten. Würden die Konsolenspiele hingegen am Computer gespielt, versiege die eigentliche Einnahmequelle – die neben den Spielen bei den Peripheriegeräten und Controllern liegt – auch noch.
IDC-Analystin Shelley Olhava glaubt dies hingegen nicht. Nach ihrer Einschätzung wolle die Mehrzahl der User gar keine Konsolenspiele am Rechner einsetzen, da hier nicht das echte "Videogame-Feeling" aufkomme. Insofern seien die möglichen Verluste gar nicht so hoch wie angenommen. Denkbar ist daher auch, dass Sony die Emulator-Technologie einfach erworben hat, um diese einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und daraus selbst Nutzen zu ziehen – beispielsweise um die eigenen Spiele besser an andere Plattformen anpassen zu können. (nij)