China und die USA: Vom Bush-Tamagotchi zum Info-War
Ein virtueller Bush scheint aufgrund des derzeitigen Konflikts bei den Chinesen als Racheobjekt beliebt zu sein; einige geben sich damit aber nicht zufrieden.
Neben Pamela Anderson, einer Hure oder einem Gangster sowie einigen Tieren bietet Eruptor Entertainment für Palm- und Visor-PDAs nun auch einen virtuellen George W. Bush für 5 US-Dollar zum Herunterladen an. Den "PortaBush" kann man wie einst die Tamagotchis hegen und pflegen. Mit "Dabblju" kann man Gesetze billigen oder verwerfen oder nach Belieben irgendetwas in die Luft sprengen. Man kann ihn mit einer Angestellten flirten oder sich sinnlos betrinken lassen. Einige Unarten besitzt PortaBush auch. So bohrt er gelegentlich in der Nase oder lässt einen fahren. Wer sich nicht genügend um den Präsidenten kümmert, der geht freilich das Risiko ein, dass ihm wie einst Clinton ein Impeachment-Verfahren droht.
"PortaBush", seit letzter Woche auf dem Markt, hat sich aber auch zu einem Politikum entwickelt. Mit dem Konflikt zwischen China und den USA um das Spionageflugzeug haben offenbar manche Chinesen eine neue Art der Rache entdeckt und laden kräftig den virtuellen Präsidenten herunter. Ein Viertel der bislang über 20.000 heruntergeladenen "PortaBushs" sind nach China gegangen.
Allerdings sind einige Chinesen nicht mit dem handzahmen Bush auf ihren PDAs zufrieden, sondern haben auch US-amerikanische Websites angegriffen. Auf den Seiten "Sina.com", "Sohu.com" und "killusa.abc.yesite.com" werden inzwischen nicht nur bedienerfreundliche Hacker-Tools aufgelistet, sondern auch mögliche Ziele angegeben, gegen die sich der nationale Volkszorn richten könnte. Für die meisten Cyberangriffe zeichnet die "Hackers Union of China" verantwortlich, die sich auch als "Honkers Union of China" oder mit dem ironischen Firmenzeichen "Red Guest"-Allianz in Amerikas unfreiwillige Gästebücher einschreibt.
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