Yahoo wirbt für karitative Zwecke und Toleranz
Wer bei dem Portal nach Nazipropaganda sucht, findet Banner, die zu mehr Toleranz aufrufen.
Yahoo entwickelt sich vom Saulus zum Paulus: Das immer wieder wegen rechtsextremer Foren kritisierte Portal wirbt auf seinen Seiten zukünftig für Toleranz und karitative Organsiationen. Seit letzter Woche schaltet Yahoo Antihate Banner, wenn Surfer bestimmte Suchbegriffe wie Nazi eingeben. Nach Angaben von Unternehmens-Vize Murray Gaylord soll demnächst auch für Umweltschutz, Katastrophenhilfe, AIDS-Prävention und gegen die digitale Spaltung der Gesellschaft getrommelt werden. "Das ist Teil einer guten Unternehmenspolitik", betonte Gaylord. Yahoo plant das Social Advertising über insgesamt drei Jahre. Nach Agenturberichten sponsert Yahoo die Schaltung mit 120 Millionen US-Dollar. Die Initiative tolerance.org produziert die Banner.
Im November 2000 verurteilte ein französisches Gericht Yahoo zur Abschaltung von Auktionsseiten mit Nazi-Andenken. Auch die deutsche Justiz ermittelte gegen das Portal. Yahoo versuchte zunächst, gegen das französische Urteil vorzugehen und zog vor ein kalifornisches Gericht, lenkte aber schließlich ein. Auf Inititative der Aktion Kinder des Holocaust löschte das Webportal im Februar Nazi-Hompages. (hod)