Internet-Boom drückt Preise für Online-Werbung

Weil die Seitenzugriffe explodieren, die Werbeetats aber nur wenig zunehmen, bleiben immer mehr Online-Werbeplätze leer. In der Folge sinken die Preise.

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Von
  • Holger Dambeck

Wegen der stark zunehmenden Internet-Nutzung können die Vermarkter von Online-Werbung längst nicht mehr alle verfügbaren Werbeplätze verkaufen. Grund hierfür ist die besondere Kalkulation bei der Schaltung von Bannern: Bezahlt wird in der Regel nicht nach Schaltdauer, sondern nach Page Impressions. Wenn eine Website innerhalb weniger Monate die Seitenzugriffe verdoppelt, könnte sie theoretisch auch doppelt so viele Banner-Plätze verkaufen. Weil die Werbekunden ihre Etats (wenn überhaupt) nur in kleinen Schritten aufstocken, bleibt ein immer größerer Prozentsatz der Werbeplätze leer.

Das Marktforschungsunternehmen Jupiter MMXI schätzt, dass europaweit nur 40 Prozent aller im Internet verfügbaren Werbeflächen belegt sind. Diese Zahl kann Stefanie Lüdecke vom Online-Vermarkter Quality Channel bestätigen: "Bei großen Websites mit mehr als 30 Millionen Page Impressions liegt die Auslastung sogar noch unter 40 Prozent".

Wie auf dem Mietmarkt drückt der "Leerstand" auch bei der Online-Werbung die Preise. Die Analysten von Jupiter MMXI glauben, dass die Kosten für Werbung im Internet in den kommenden sechs Monaten noch weiter fallen. Schon im vergangenen Jahr seien die Preise für Online-Werbung um 30 Prozent gesunken. Für die Zukunft rechnet Staffan Engdegard von Jupiter MMXI verstärkt mit neuen Preismodellen: "Man will nicht mehr für die Anzahl Impressions zahlen, sondern für den tatsächlichen Erfolg, wie beispielsweise Anzahl erzielte Klicks, Registrierungen oder Transaktionen". (hod)