Schwesig: Jugendliche besser vor Rechtsextremen im Netz schĂĽtzen

Rechtsextreme setzten immer stärker darauf, Jugendliche online zu erreichen, beklagt Familienministerin Schwesig. Die mediale Inszenierung erreiche dabei eine neue Qualität.

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Neonazi

(Bild: dpa, Bernd Thissen / Archiv)

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Rechtsextreme Gruppen versuchen der Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) zufolge immer stärker, Jugendliche über das Internet anzusprechen und zu ködern. Dabei würden Themen wie Hip-Hop oder Online-Spiele als Türöffner benutzt, berichtete Schwesig am Dienstag in Berlin. Mit Fake-News würde zudem Hass gegen Geflüchtete, Muslime und andere Minderheiten geschürt. Schwesig forderte deshalb, Betreiber von Internetdiensten in die Pflicht zu nehmen, um Hass und Gewalt konsequent von ihren Plattformen zu verbannen.

Schwesig stellte zusammen mit der Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung und der Organisation jugendschutz.net aktuelle Erkenntnisse zum Rechtsextremismus im Netz vor. "Hass und Hetze haben weder auf der StraĂźe noch im Netz etwas zu suchen", sagte sie. Viele Jugendliche seien per Smartphone oder Tablet praktisch ĂĽberall und rund um die Uhr erreichbar.

Die mediale Inszenierung habe dabei eine neue Qualität erreicht, der extremistische Hintergrund sei häufig verschleiert, sagte Stefan Glaser von jugendschutz.net. So verpacke etwa die Gruppierung «Identitäre Bewegung» ihre Propaganda in Hip-Hop-Songs oder es tauchten bei Facebook Nazi-Parolen "zwischen Fotos von Erdbeerkuchen und Müsli auf".

Insgesamt waren es 1678 rechtsextreme Angebote, gegen die jugendschutz.net 2016 vorgegangen ist. 98 Prozent davon wurden bei den sozialen Netzwerken Facebook (51 Prozent), YouTube (23 Prozent) und Twitter (21 Prozent) festgestellt. In über 80 Prozent der Fälle reichte eine Kontaktaufnahme zum Anbieter, damit die monierten Inhalte entfernt oder für den Zugriff aus Deutschland gesperrt wurden. In drei Prozent der Fälle schalteten die Jugendschützer die Medienaufsicht und die Strafverfolger ein. Insgesamt habe man 52.748 rechtsextreme Web-Angebote gesichtet, davon 1879 Videos, 45.588 Einzelpostings und Kommentar, 4026 Profile und Kanäle und 1230 Websites.

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(axk)