Schwedische Firmen-Chefs bevorzugen finnische Handys
Die meisten Chefs der schwedischen Firmen bevorzugen Nokia-Handys; der Nokia-Anteil unter den Mobiltelefonierern in der Gesamtbevölkerung ist noch höher.
Ericsson hat im eigenen Land zu kämpfen: Eine Mehrheit der Firmen-Chefs der größten schwedischen Unternehmen bevorzugt es, mit einem Mobiltelefon aus finnischer Produktion zu quasseln. Gemäß einer aktuellen Umfrage der Tageszeitung Dagens Nyheter unterstützen 42 der 100 befragten Konzernleiter das heimische Mobilfunkunternehmen Ericsson. 59 telefonieren mit Nokia und 9 mit Motorola. Die Gesamtsumme bei der Umfrage liegt übrigens höher als 100, da ein Teil der Befragten mehr als ein Handy besitzt.
Die CEOs liegen mit ihrer Vorliebe für Nokia allerdings noch hinter der Gesamtheit der schwedischen Mobiltelefonierer zurück. Nach Angaben des deutschen Marktforschungsinstitut GFK hält Nokia in Schweden einen Marktanteil von zwei Dritteln, während sich Ericsson mit einem Viertel begnügen muss.
Als Grund für das schwache Abschneiden des einheimischem Herstellers wird neben technischen Problemen bei der T-Serie vor allem das Äußere der Ericsson-Geräte vermutet. Das traditionelle Design, das eher auf Männer zugeschnitten ist, wird auch als Grund für das verhältnismäßig bessere Abschneiden bei den (zumeist männlichen) CEOs gegenüber der übrigen Bevölkerung vermutet. Ein kleine, dafür umso einflussreichere Gruppe hält Ericsson dagegen die Treue – wenn auch nicht ganz freiwillig. Sämtliche Minister der schwedischen Regierung telefonieren mit heimischer Technologie. In seinem Ministerium gebe es sogar eine Weisung, wonach mit Ericsson-Handys zu telefonieren sei, ließ Wirtschaftsminister Björn Rosengren gegenüber der Zeitung Expressen verlauten. Obwohl man auch in Regierungskreisen mit Schwachstellen der T-Serie Erfahrungen gemacht habe, halte man Ericsson uneingeschränkt die Treue. Vorbildwirkung hat die Regierung – zumindest in diesem Bereich – aber offensichtlich nicht. (Nick Lüthi) / (jk)