Paketdienst DPD will bei Lebensmittel-Lieferungen mitmischen
Amazon hat den Lebensmittel-Versandhandel bereits für sich entdeckt und bietet den Service "Amazon fresh" in den USA und in London an. Der Paketdienst DPD wird nun Partner von "Hello Fresh" und will noch für andere Partner Lebensmittel ausliefern.
(Bild: Hello Fresh)
Der Paketdienst DPD will im wachsenden Geschäft mit der Lieferung von online bestellten Lebensmitteln mitmischen. Das Unternehmen plane entsprechende Schritte bei der Zustellung frischer Ware aus Supermärkten, schreibt das Handelsblatt.
Dabei geht es aber zunächst nicht um ein eigenes Vollangebot zur Lebensmittel-Auslieferung, sondern um Dienste im Auftrag des "Kochboxen"-Anbieters "Hello Fresh". DPD-Chef Andreas Reß sagte der Zeitung: "Wir sind überzeugt davon, dass im Online-Lebensmittelmarkt enorme Potenziale liegen."
Wachstumsmarkt
Die Hello-Fresh-Boxen enthalten ganze Zutaten-Sets, mit denen die Kunden Gerichte nach Anleitung zubereiten können. DPD wird nach Informationen des Blattes nun alleiniger Paketzusteller dafür. Ab dem Sommer werde das Unternehmen mit Sitz in Aschaffenburg außerdem für weitere Lebensmittel-Versanddienste ausliefern.
Im Netz bestellte Essen- und Lebensmittel-Lieferungen gelten als eine Wachstumssparte. So könnte etwa Amazon in den deutschen Lebensmittel-Einzelhandel einsteigen. Branchen-Schwergewichte wie Rewe beobachten die Aktivitäten der US-Amerikaner genau. "Wir müssen uns warm anziehen gegen Amazon Fresh", sagte Konzernchef Alain Caparros kurz vor dem Jahreswechsel der Rheinischen Post.
Aufbau des Online-Angebots
Er will mit dem Ausbau des Online-Handels gegen den großen Konkurrenten halten: "Das digitale Geschäft muss und wird wachsen. Bis 2020 wollen wir unseren Online-Umsatz auf etwa 800 Millionen Euro steigern. Wenn wir da nicht investieren, werden wir irgendwann von Amazon abgehängt. Wir müssen die Verzahnung des stationären Handels mit dem Online-Geschäft hinbekommen."
Bislang bietet Amazon in einigen US-Metropolen und in der britischen Hauptstadt London einen Lieferdienst mit frischen Lebensmitteln. Gerüchte über den Deutschlandstart von Amazon Fresh im Herbst 2016 in Berlin hatten sich nicht bewahrheitet. Ob und wann Amazon in Deutschland frische Lebensmittel anbieten will, ist noch unklar.
(Bild: Statista)
Anteil noch klein
Eine von heise online in Zusammenarbeit mit Statista erstellte Infografik zeigte im Oktober 2016, dass der Anteil an Online gekauften Lebensmitteln gegenüber dem Kauf im stationären Handel noch klein ist. Der gesamte Lebensmitteleinzelhandel kam im Jahr 2015 auf mehr als 170 Milliarden Euro, die online gekauften Nahrungsmittel nur auf 747 Millionen Euro. Befragte stehen dem Angebot aber nicht sehr ablehnend gegenüber; besonders nicht, wenn es um den Versand von länger haltbaren Lebensmitteln geht. (mit Material der dpa) / (kbe)