China vs. USA: "Wir sind keine Indianer"
Auf der Erinnerungswebseite des chinesischen Piloten, der beim Zusammenstoß mit dem US-Aufklärungsflugzeug gestorben ist, wird der Patriotismus kultiviert.
Der chinesische Pilot Wang Wei, der am 1. April wegen des Zusammenstoßes seines Jets mit dem amerikanischen Aufklärungsflugzeug abgestürzt und seitdem verschollen ist, wurde schon offiziell vom chinesischen Militär zum Märtyrer erklärt und auch sonst posthum ausgezeichnet. Seit Sonntag kann man sein virtuelles Grab auf einer Webseite besuchen und dort Blumen niederlegen, dem Toten Lieder widmen oder meist weniger mitfühlende Gedanken gegen "die amerikanischen Imperialisten" hinterlassen.
Mittlerweile kamen bereits Zehntausende von Menschen, um dem Piloten die letzte Ehre zu erweisen. Forum und das Gästebuch sind derzeit leider "vorübergehend" geschlossen, aber auch sonst kann man sich einen guten Eindruck über die Stimmungslage der Nation machen. So schrieb ein Chinese, dass sie ihr Leben opfern werden, wenn das Vaterland bedroht wird: "Wir sind keine Indianer!" Solche Stimmungen werden der chinesischen Regierung sicher zupass kommen. Wang gilt, wie man des öfteren lesen kann, als "Held gegen den Kapitalismus". Milliarden müssten so gegen die amerikanischen Flugzeuge starten. Gelobt wird sein "Mut gegenüber dem Reich des Bösen". Mutwillig und bösartig hätten die Amerikaner das chinesische Flugzeug zum Absturz gebracht: "Kill the Yankees – dont ask, dont ponder."
Mehr in Telepolis: Massenandrang am virtuellen Grab sowie "Hack the USA!!!" (fr)