Jupiter-Sonde Juno: NASA möchte die Umlaufbahn beibehalten

Die amerikanische Weltraumbehörde hat nun offiziell bestätigt, dass Juno für seine restliche Betriebszeit in einer längeren Umlaufbahn um Jupiter verbleiben soll. "Juno ist gesund, seine wissenschaftlichen Instrumente arbeiten wie vorgesehen", heißt es.

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Juno-Mission: NASA möchte die Umlaufbahn beim Jupiter beibehalten

KĂĽnstlerische Darstellung Junos ĂĽber dem Jupiter

(Bild: NASA)

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Als die NASA im vergangenen Oktober eine Reihe von Befehlen an die Raumsonde Juno schickte, reagierte es nicht richtig: Zwei Helium-Rückschlagventile, die eine wichtige Rolle bei der Zündung spielten, öffneten sich zu träge. Geplant war eine umfangreiche Korrektur der Umlaufbahn, die Umlaufzeit sollte von 53,4 auf rund 14 Tage reduziert werden. Kurz darauf versetzte sich die Jupiter-Sonde in einen Ruhezustand. Die NASA versicherte aber, dass sich die Sonde während des gesamten Vorgangs und auch danach so verhalten habe wie vorgesehen. Die hohe Übertragungsrate der Kommunikation mit der Erde sei wiederhergestellt worden und nun würden weitere Diagnosen vorgenommen. Die wissenschaftlichen Instrumente blieben jedoch vorerst abgeschaltet.

Jetzt hat die Weltraumbehörde offiziell bestätigt, dass Juno für seine restliche Betriebszeit in der längeren Umlaufbahn um Jupiter verbleiben und den Gasriesen weiter beobachten soll. "Juno ist gesund, seine wissenschaftlichen Instrumente sind voll funktionsfähig, und die Daten und Bilder, die wir erhalten haben, sind nicht minder erstaunlich", sagte Thomas Zurbuchen, stellvertretender Verwalter der NASA-Mission "Science Mission" in Washington

Bei der Bekanntgabe der Entscheidung am Freitag haben die Raumfahrtagenturwissenschaftler alle Anstrengungen unternommen, die Vorteile einer längeren Umlaufbahn um Jupiter zu betonen. So bezeichnete man es als "Bonus-Science", dass Juno die Jovian Magnetosphäre weiter erforsche, um die Wechselwirkung dieser Regionen mit dem Sonnenwind besser zu verstehen. Außerdem verbringe die Sonde so mehr Zeit in größerer Entfernung zu Jupiter, was die Belastung der Raumsonde durch die schädliche Strahlung des Gasriesen verringere.

Die Internetplattform ars technica gibt hingegen zu bedenken, dass die längeren Umlaufbahnen auch Risiken für die Sonde bergen. Die NASA habe gehofft, dass Juno in den kommenden 20 Monaten 36 Jupiter-Überflüge absolvieren würde. Dazu benötigt die Sonde nun vier Jahre. Ob eine Sonde und seine wissenschaftliche Ausrüstung, das für Beobachtungen von weniger als zwei Jahren konzipiert wurde, das bewerkstelligen kann, bleibe abzuwarten. (pen)