Mit 5-Megapixel-Kameras zu neuen Geräteklassen
Die Fotobranche erwartet zahlreiche Neuvorstellungen in der 5-Megapixel-Klasse und eine Verschiebung der bisherigen Geräteklassen.
Nachdem Minolta Ende Mai mit seiner Dimâge 7 die erste 5-Megapixel-Kamera für den Consumer-Bereich vorgestellt hat, erwartet die Branche in kurzer Folge weitere hochauflösende Modelle auch von den anderen Herstellern.
Grund hierfür ist nach Meinung von Sony-Produktmanager Mark Weir der Umstand, dass die in den Digitalkameras verwendeten CCD-Bildaufnahmechips nur von einigen wenigen Unternehmen entwickelt und produziert, dann aber von diversen Kameraherstellern genutzt werden. Deshalb seien andere Faktoren für den Zeitpunkt der Markteinführung bestimmter Modelle entscheidender, beispielsweise die Entwicklung angepasster Optiken, denn diese entschieden in hohem Maße sowohl über die Qualität als auch über die Größe neuer Kameramodelle.
Der Trend zu höherer Auflösung stellt nach Meinung von Michael Rubin, Produktmanager bei Nikon, auch die übrige Kameraelektronik vor größere Aufgaben: Die integrierten Analog-Digital-Wandler müssten schneller arbeiten, um die großen Datenmengen zügig konvertieren zu können, Pufferspeicher würden vergrößert und die Kameras insgesamt mit größeren Speichermodulen ausgestattet werden müssen. Zudem verlangten die leistungsfähigeren Kameras auch nach größerer Batterie-Kapazität.
Die Jagd nach höheren Auflösungen sei noch lange nicht beendet, gibt sich Sony-Mann Weir zuversichtlich, denn die Entwicklung werde nicht mehr nur durch die Foto-Enthusiasten getrieben, sondern auch durch den Wunsch des "normalen Benutzers", größere Fotoprints in guter Qualität zu bekommen. Für einen Foto-Ausdruck von 20 x 30 cm liefere selbst eine 5-Megapixel-Kamera nur eine Auflösung von etwa 260 dpi, während für hohe Qualität 300 dpi zu fordern seien. "Es ist immer noch Spielraum für höhe Auflösungen", resümiert Weir denn auch.
Minolta-Vizepräsident Jon Sienkiewicz hingegen sieht die Entwicklung künftig langsamer verlaufen, weil der realistische Bedarf nach höheren Auflösungen zunehmend schwinde. "3 Megapixel sind für die meisten Leute ausreichend", stellt er fest und sieht den Trend künfig eher in Richtung sinkender Preise. Dem stimmt auch Casio-Manager Krys Krawczyk zu und sieht mit der Markteinführung der 4-Megapixel-Klasse zudem das Ende der 2-Megapixel-Modelle eingeläutet: "Low-end-Kameras werden künftig in die 3-Megapixel-Klasse migrieren."
Den durch sinkende Preise anlaufenden Massenmarkt nimmt auch Kodak ins Visier. Vize-Präsidentin Nancy Carr sieht die Trendwende schon am Horizont: "Bis zu Beginn dieses Jahres trieben die 'early adopters' den Digitalkamera-Markt voran, angesichts sinkender Preise interessieren sich nun aber mehr und mehr 'Mainstream-Kunden' für die digitale Technik, und diese stellen 90 Prozent des künftigen Marktes". Der Umstieg der Kunden werde allerdings noch durch Handling-Probleme mit den Kameras erschwert. Außerdem erwarte man hier schon deshalb eine langsamere Entwicklung als bei den Foto-Enthusiasten, weil viele Kunden "so lange mit den traditionellen Fotokameras zufrieden sein werden, so lange man seine Filme innerhalb einer Stunde entwickeln und abziehen lassen kann". (klp)