Städte fordern: AKW Grohnde abschalten
Drei Städte nahe des AKW Grohnde fordern, den gut 30 Jahre alten Reaktor wegen seiner Störanfälligkeit abzuschalten. Derweil hat es im AKW Gundremmingen einen Vorfall gegeben.
(Bild: Axel Hindemith, Public Domain)
Die Kommunalparlamente von Detmold, Vlotho und Barntrup fordern von der niedersächsischen Landesregierung, das AKW Grohnde vorzeitig abzuschalten. Das Atomkraftwerk im Kreis Hameln-Pyrmont sei mit aktuell 247 meldepflichtigen Ereignissen seit Betriebsbeginn eines der störanfälligsten in Deutschland, zitiert die Neue Westfälische aus einer Resolution des Detmolder Stadtrates.
Besorgniserregende Defekte
Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren habe es besorgniserregend viele und große Defekte gegeben, heißt es in dem Bericht. Ein ausgefallener Generator, undichte Rohrverbindungen, eine beschädigte Nachkühlpumpe und Fremdkörper im Primärkreislauf hätten das Risiko einer "Atomkatastrophe unkalkulierbaren Ausmaßes" deutlich erhöht.
Das von PreussenElektra betriebende AKW Grohnde ist seit etwa 30 Jahren am Stromnetz. Die Betriebsgenehmigung erlischt laut Atomgesetz Ende 2021.
Zwischenfall in Gundremmingen
Block B des AKW Gundremmingen ist ebenfalls seit gut 30 Jahren in Betrieb. Wegen eines Zwischenfalls an einem Ventil ist dieser am Montag abgeschaltet worden. Nach Angaben der Betreiber waren zum Abschluss der Revision Sicherheits- und Entlastungsventile geprüft worden. Eines der elf Ventile, die sich innerhalb des geschlossenen Sicherheitsbehälters befinden, habe sich dabei im nuklearen Bereich zwar korrekt geöffnet, konnte aber nicht wieder verschlossen werden. Der ausgetretene radioaktive Dampf sei in dem geschlossenen Sicherheitsbehälter verblieben, betonte ein Sprecher.
Block B sei ordnungsgemäß per Hand abgeschaltet worden. Derzeit werde der Vorfall untersucht. Auch die Aufsichtsbehörde sei informiert worden. Nach Klärung der Ursache und gegebenenfalls erforderlichen Reparaturen soll Block B voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder in Betrieb genommen werden, hieß es weiter.
Drei AKW sind noch in Deutschland in Betrieb (7 Bilder)

Nach vorläufiger Einschätzung sei das Vorkommnis gemäß den deutschen Meldekriterien als meldepflichtiges Ereignis in die Kategorie "Normal" einzustufen. Personal, die Anlage und ihre Umgebung seien nicht gefährdet gewesen.
AKW Gundremmingen (8 Bilder)

(Bild: dpa)
(mit Material der dpa) / (anw)