Wenn Roboter Menschen verstehen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, legt eine weitere Fördermaßnahme auf, in der die Interaktion zwischen Roboter und Mensch untersucht werden soll.

vorlesen Druckansicht 1 Kommentar lesen
zweite  Fördermaßnahme zur Mensch-Roboter-Interaktion ausgeschriebe

(Bild: KLM)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Christian Geiger
  • Kersten Auel

Mit der steigenden Verfügbarkeit robuster Robotertechnologie in immer mehr Lebensbereichen wächst die potentielle Kontaktzeit mit dem Menschen. Dies geschieht in Alltagssituationen, die nicht mehr vollständig im Voraus bekannt sind.

Während die Abläufe in der industriellen Fertigung bisher meist vorberechnet wurden, sind Assistenzfunktionen im Gesundheitsbereich, im öffentlichen Raum oder im Haushalt stark durch die Individualität des Nutzers und der Handlungssituation geprägt. In solchen Szenarien muss sich ein technisches System auf den Menschen einstellen und nicht umgekehrt.

Dies erfordert adaptive Systeme, die mittels Sensorik ihre Umgebung, den Nutzer und seine Intention erkennen und darauf angemessen reagieren können. Wie dies gewährleistet werden kann, soll im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, geförderten Fördermaßnahme untersucht werden.

In der ersten Ausschreibung 2016 lag der Fokus auf interaktiven Grundfertigkeiten. Hier wurden die universellen Bausteine der Interaktion zwischen einem Menschen und einem Roboter untersucht, zum Beispiel einfache Aktionen wie das Anreichen oder Entgegennehmen eines Gegenstands in unterschiedlichen Situationen.

In der aktuellen Ausschreibung, für die interdisziplinäre Forscherteams bis 22.05.17 ihre Ideen einreichen können, sind jetzt komplexere Interaktionsformen gefragt. Ein Roboter soll sich unter anderem auf unterschiedliche Kommunikationspartner dynamisch einstellen und gleichzeitig mit mehreren Personen interagieren können. Auch Lernfortschritte oder Hindernisse in der Kommunikation sollen erkannt und angemessen berücksichtigt werden.

Seinen ersten Testeinsatz hat der Roboter Spencer am
Fughafen Schiphol bereits 2016 erfolgreich absolviert

(Bild: KLM)

Bewerben können sich Konsortien, die möglichst alle Akteure einer Wertschöpfungskette dabei haben. Hersteller, Forschungsgruppen, Anwendungsexperten und Nutzer sind aufgerufen, neue Ideen der Mensch-Roboter-Interaktion in den geplanten dreijährigen Projekten zu entwickeln und zur Anwendung zu bringen. Neben der starken Nutzerorientierung sind die rechtlichen, sozialen und ethischen Implikationen wichtig und müssen in den interdisziplinären Projekten ausreichend betrachtet werden.

Für Interessierte bietet der Projektträger VDI/VDE-IT, der die Ausschreibung betreut, zwei Informationsveranstaltungen am 23.3 in Frankfurt und 7.4 in Berlin an. Weitere Informationen findet man auch auf der Webseite der Ausschreibung. (ka)