Streaming bringt in den USA mehr ein als sonstiger Vertrieb von Musikaufnahmen
2016 hat die dIe US-Musikaufnahmenindustrie erstmals mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Streaming-Tantiemen erzielt. Während der Download von Musikdateien abfällt, steigen die Streaming-Einnahmen sprunghaft an.
Jukeboxen fĂĽllen die Kassen nicht mehr so wirklich.
(Bild: Joe Mabel CC BY-SA 3.0)
Streaming ist aus dem Vertrieb von Musikaufnahmen in den USA nicht mehr wegzudenken. 2016 stiegen die Streaming-Einnahmen gegenĂĽber 2015 um 68 Prozent auf 3,93 Milliarden US-Dollar (aktuell 3,66 Milliarden Euro). Das hat der Branchenverband RIAA am Donnerstag bekanntgegeben.
(Bild:Â RIAA)
Die gesamten Endkundenumsätze mit Musikaufnahmen sind um gut elf Prozent auf 7,45 Milliarden Dollar (7,13 Milliarden Euro) gestiegen. Damit stellte das Streaming-Geschäft 51 Prozent der gesamten Umsätze, und es konnte die Rückgänge in anderen Bereichen mehr als wettmachen.
Zu Streaming zählen sowohl werbefinanzierte als auch gebührenfinanzierte Streaming-Dienste, die diversen Varianten von Webradio sowie Angebote, die einzelne Musikstücke oder Musikvideos zum Abruf bereitstellen. Besonders stark fiel das Wachstum bei den gebührenpflichtigen Abodiensten aus. Die Zahl dieser Abos stieg um 109 Prozent, die Umsätze damit um 95 Prozent.
Rest läuft mau
Mit kostenpflichtigen Downloads ging es hingegen deutlich schneller bergab als noch 2015: Sie brachen um 22 Prozent auf 1,84 Milliarden ein. Auch bei den physischen Tonträgern hat sich der Umsatzverfall beschleunigt. Ein Minus von 16 Prozent ließ die Endkundenumsätze auf 1,67 Milliarden Dollar schrumpfen. Der geringfügige Zuwachs bei LPs und EPs ist der Branche schwacher Trost.
Kaum verändert haben sich die Einnahmen aus Lizenzen für die Verwendung von Musikaufnahmen in Filmen, Werbeclips und anderen fremden Videos (+0,7% auf 204 Millionen Dollar). Zieht man von den erwähnten Endkundenumsätzen von 7,45 Milliarden Dollar das ab, was Händlern und Dienstebetreibern bleibt, ergibt sich ein Großhandelsumsatz von 5,3 Milliarden Dollar. Dieser Betrag liegt gut neun Prozent über jenem von 2015.
Deutsche mögen CDs
In Deutschland sind die Streaming-Einnahmen 2016 sogar um 73 Prozent nach oben geschnellt. Aber die physischen Tonträger, allen voran die CD, stellen immer noch mehr als die Hälfte des Umsatzes. Der nahm insgesamt um gut zwei Prozent auf 1,58 Milliarden Euro zu. (ds)