Die wunderbare Welt der Mikroskop-Fotografie
Der extreme Nahbereich bietet eine unglaubliche Vielfalt atemberaubender Formen und Strukturen. Diese Schönheit im Bild festzuhalten, reizt viele Fotografen. Wir zeigen, welche Mikroskope und welches Zubehör man für gute Fotos benötigt und welche Aufnahmetechniken zum Ziel führen.
- Thomas Gade
- Sascha Steinhoff
Die Mikrofotografie ist ein überaus dankbares Tätigkeitsfeld für Fotoenthusiasten. In der Welt des Winzigen warten unzählige spektakuläre Motive auf ihren Entdecker. Wer mikroskopisch kleine Motive formatfüllend fotografieren möchte, kommt mit handelsüblichem Fotozubehör allerdings nicht weit.
Spezialwissen erforderlich
Lichtmikroskope, also Mikroskope, die mit sichtbarem Licht arbeiten, ermöglichen eine viel stärkere Vergrößerung als gängige Makro- und Lupenobjektive. Sie ersetzen bei der Mikrofotografie das Objektiv. Mikroskope werden im Gegensatz zu Fotobjektiven nicht für den Massenmarkt entwickelt. Es sind optische Präzisionsinstrumente, die für wissenschaftlich ausgebildete Benutzer konzipiert sind. Entsprechend umständlich ist oftmals ihre Handhabung. Von der Aufbereitung der Präparate über die Auswahl der passenden Objektive bis zur motivabhängigen Beleuchtung ist oftmals Spezialwissen erforderlich. Und dann ist ja noch zu berücksichtigen, dass Lichtmikroskope primär für die Beobachtung mit den Augen konzipiert sind. Man kann eine Kamera nur umständlich per Adapter anschließen. Es gibt eine Vielfalt von Adaptionswegen, hier gilt es den für die eigenen Anforderungen passenden herauszufinden.
Mikro- vs. Makrofotografie
Die besonderen Herausforderungen der Mikrofotografie erschließen sich am besten, wenn man sie mit der Makrofotografie vergleicht. So liegt der maximale Abbildungsmaßstab von Makroobjektiven in der Regel bei 1:1, das Fotomotiv wird also in Originalgröße auf dem Sensor abgebildet. Mit Zwischenringen, Balgengeräten, Umkehrringen und Nahlinsen erreicht man größere Abbildungsmaßstäbe. Mit Lupenobjektiven kann man immerhin bis zum Abbildungsmaßstab 20:1 vorstoßen, dann wird das Motiv auf dem Bildsensor zwanzigfach größer dargestellt als in der Realität. Umgangssprachlich bezeichnet man Abbildungsmaßstäbe, die größer sind als 1:1, auch als Vergrößerung. Auch das reicht aber noch nicht, um klassische Mikroskopmotive wie die Struktur von Schwefel ästhetisch abzubilden. Bei Lichtmikroskopen liegt die theoretisch mögliche visuelle Vergrößerung je nach Lichtfarbe zwischen 1000:1 und 2000:1. Für die Mikrofotografie, also die Fotografie mit starken Vergrößerungen, sind Lichtmikroskope prädestiniert. In der Mikrofotografie erzielt man mit Maßstäben von 5:1 bis 50:1 (kleinbildäquivalent) oft die besten Ergebnisse. Steigerungen bis 250:1 oder größer sind nur mit Spitzentechnik sinnvoll.
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