Microsoft Cognitive Toolkit verlässt Beta-Phase
Das Deep-Learning-System hat mit zahlreichen Ăśberarbeitungen und Neuerungen einen groĂźen Schritt Richtung erster fertiger Version gemacht.
- Alexander Neumann
Mit Erscheinen des ersten Release Candidate lässt Microsofts Cognitive Toolkit 2.0 den Beta-Status hinter sich. Die hinter dem Deep-Learning-Framework stehenden Entwickler berichten, dass seit dem Beta-Release im Oktober 2016 über 100 neue Features, Erweiterungen und Bugfixes hinzugekommen seien, die zu einer besseren Performance und einem geringeren Speicherverbrauch geführt haben sollen.
Im Kontext der Veröffentlichung der Beta-Version hatte Microsoft das vorher Computational Network Toolkit (CNTK) genannte Deep-Learning-System umbenannt. Das Cognitive Toolkit steht unter einer Open-Source-Lizenz und lässt sich für Aufgaben wie Bildklassifizierung, Spracherkennung und Suche nutzen. Dafür nutzt es die Rechenleistung konventioneller CPUs, vor allem aber von GPUs. Zudem gibt es – nicht überraschend – die Anbindung an Microsofts Azure-Cloud. Die im Deep-Learning-System unterstützten Anwendungen sind mit Python (2.7, 3.4 und 3,5), C++ oder C# geschrieben.
Den Release Candidate gibt es für Windows und Linux. Außerdem werden Docker-Images bereitgestellt, wodurch Nutzer eine Anwendung als Docker-Container auf einem Linux-System betreiben können. Microsoft hat darüber hinaus den Installationsprozess vereinfacht; hierfür gibt es neue Installationsskripte, mittels derer erfahrene Anwender auch mit dem Sourcecode des Toolkits arbeiten können. Außerdem sind wohl die APIs überarbeitet worden, und es gibt nun eine Modell-Debugging-Funktion für Python-Code. Schließlich integriert sich das Cognitive Toolkit mit Nvidias Bibliothek NCCL und unterstützt die Objekterkennung unter Zuhilfenahme des FR-CNN-Algorithmus. (ane)