Vorsicht beim Telefonieren mit Callingcards im Ausland
Das scheinbar so preisgĂĽnstige Telefonieren im Ausland mit einer Callingcard kann sich als Kostenfalle erweisen.
Um im Urlaub fürs Telefonieren nicht zu tief in die Tasche greifen zu müssen, verwenden viele Reisende eine Callingcard. Bei solchen Karten wählt man im Ausland eine bestimmte Rufnummer (meist mit der international kostenfreien Vorwahl 00800), identifiziert sich dann mit der Eingabe einer PIN-Nummer und kann danach die gewünschte Nummer wählen. Vorteil: Die Minutenpreise liegen teilweise deutlich unter den sonst üblichen Kosten.
Mobilfunk-Kunden sollten jedoch aufpassen: Hier kann sich eine Kostenfalle verbergen. So testete heise online mit einem Viag-Handy in Finnland eine Callingcard von Tele2, auf der die für Finnland zu verwendende Einwahlnummer ausdrücklich als kostenfrei bezeichnet wird. Doch Viag berechnete trotzdem Kosten für die Gespräche, die dadurch doppelt so teuer wurden.
Olaf Taupitz, Manager der Tele2-Callingcard-Company, wies die Schuld Sonera zu, dem finnischen Roamingpartner von Viag, über den die Gespräche geführt wurden. Der dürfe für die Gespräche entweder nichts berechnen, oder er müsse auf die zusätzlichen Gebühren hinweisen. Dass Sonera beides nicht tat, sei bedauerlich. Tele2 sei aber nicht verantwortlich zu machen, schließlich weise man in einem klein gedruckten Hinweis auf der Karte auf vereinzelt anfallende zusätzliche Kosten hin. Die Verantwortung dafür, dass die als kostenfrei bezeichnete Einwahlnummer auch tatsächlich kostenfrei ist, lehnt Tele2 ab. Mit anderen Worten: Der Kunde muss sich selbst darum kümmern, ob das Tele2-Angebot auch tatsächlich so stimmt, wie das Unternehmen es anpreist. Stimmt es nicht, hat der Kunde Pech; Tele2 lehnt nämlich auch die Erstattung von dadurch anfallenden zusätzlichen Kosten ab. Viag äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall.
Callingcard-Nutzer, die die Karte mit ihrem Handy einsetzen wollen, sollten sich bereits vor Reiseantritt bei dem Karten-Anbieter vergewissern, dass die angegebene Einwahlnummer am Zielort auch tatsächlich kostenlos ist. Am besten holt man die Bestätigung schriftlich ein, um für den Fall der Fälle etwas in der Hand zu haben. Bleiben Zweifel, sollte man besser zu alternativen Anbietern greifen oder sich am Urlaubsort eine PrePaid-Karte kaufen. Selbst wenn die Minutengebühren hier teurer sein sollten, so verbergen sich dahinter doch zumindest keine versteckten Kostenfallen. (axv)