MP3-Spezialist eJay hat Schwierigkeiten
eJay verdient mit den werbefinanzierten Internet-Diensten kein Geld; der MP3- und Streaming-Anbieter verfehlt die Umsatz- und Ergebnis-Ziele.
Das Ergebnis der am Neuen Markt notierten eJay AG entspricht nicht den Erwartungen des MP3- und Streaming-Spezialisten: Man werde im zweiten Quartal des Jahres die "Umsatz- und Ergebnisziele nicht erreichen", hieß es in einer Börsenpflichtmeldung. Der Umsatz werde zwar über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegen, die Planerwartungen jedoch würden in Umsatz und Ergebnis verfehlt. Das Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2000 bei einem Umsatz von 11 Millionen Euro 2,1 Millionen Euro Verlust verbuchte, erwartet nun eine Belastung des Ergebnisses im zweiten Quartal durch Einmal-Aufwendungen in Höhe von bis zu 2,5 Millionen Euro. Die Folgequartale sollen aber nach Ansicht von eJay ein positives Ergebnis aufweisen. Die schlechten Nachrichten ließen den Kurs der eJay-Aktie am Neuen Markt bis zum frühen Nachmittag um über 23 Prozent auf 0,65 Euro abstürzen.
Das schlechter als erwartet laufende Geschäft begründet eJay zum einen damit, dass "der werbefinanzierte Teil des Bereichs Online-Services die Erwartungen nicht erfüllen" konnte. Dieser wird nun eingestellt – dazu gehören redaktionelle Bereiche wie die Nachrichten aus der Musikszene. Davon betroffen sind auch sechs Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Der nach Aussagen von eJay rentable Bereich der Streaming-Dienstleistungen bleibe dagegen vollständig erhalten. Der zweite Grund für das schlechte Ergebnis liege in Vertriebsproblemen, die dazu geführt hätten, dass eJay im deutschen Markt nicht so präsent sei wie etwa in Großbritannien, Skandinavien oder Frankreich. (jk)