Überbrückung der Wissenskluft

Die wichtigsten medizinischen Fachzeitschriften wollen Wissenschaftlern und Ärzten aus armen Ländern günstige oder kostenlose Online-Ausgaben anbieten.

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Von
  • Florian Rötzer

Im Rahmen einer Initiative der WHO haben die sechs größten Verlage, die die überwiegende Zahl der wichtigen medizinischen Fachzeitschriften herausgeben, beschlossen, Universitäten, Laboratorien und Gesundheitsbehörden in fast 100 armen Ländern einen kostenlosen oder zumindest sehr günstigen Zugang zu ihren Informationen im Internet zu ermöglichen. In den letzten Jahren stiegen die Kosten für wissenschaftliche Publikationen erheblich an und wurden oft für die Wissenschaftler und Institutionen in armen Ländern unerschwinglich.

Reed-Elsevier, Wolters Kluwer, Blackwell, Harcourt, Springer-Verlag und John Wiley & Sons werden ab Januar 2002 und für mindestens drei Jahre die Online-Ausgaben ihrer medizinischen Zeitschriften den Wissenschaftlern und Ärzten aus armen Ländern zugänglich machen. Kostenlosen Zugang erhalten 600 Institutionen in den 53 ärmsten, meist afrikanischen Ländern, in denen das Pro-Kopf-Einkommen unter 755 US-Dollar jährlich liegt. Weiteren 40 Ländern, deren Pro-Kopf-Einkommen unter 3000 US-Dollar liegt, sollen stark ermäßigte Gebühren eingeräumt werden.

Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der WHO, preist die Einigung, da durch die Kenntnis der neuesten Forschungsergebnisse die Gesundheitsfürsorge in den armen Ländern verbessert werden könnte: "Das ist vielleicht der größte Schritt, der bislang unternommen wurde, um die Kluft in Bezug auf medizinische Informationen zwischen armen und reichen Ländern zu schließen."

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