Umweltbundesamt: Diesel soll Steuervorteil verlieren
Geht es nach dem Umweltbundesamt, müssen Fahrer von Autos mit Dieselmotor künftig beim Tanken mehr bezahlen. Im Kampf für eine bessere Luft will das Umweltbundesamt Diesel-Fahrer stärker zur Kasse bitten
- dpa
(Bild: PhotostudioD29)
Geht es nach dem Umweltbundesamt, müssen Fahrer von Autos mit Dieselmotor künftig beim Tanken mehr bezahlen. Im Kampf für eine bessere Luft will das Umweltbundesamt Diesel-Fahrer stärker zur Kasse bitten. Behördenchefin Maria Krautzberger brachte in der Debatte um die Zukunft der Antriebstechnik erneut eine Abschaffung des Dieselprivilegs bei der Steuer ins Gespräch. Dieses „muss auf den Prüfstand“, sagte Krautzberger am Wochenende der Rheinischen Post. „Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin. Den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung.“
Selbst bei Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel-Autos seien das rund eineinhalb Milliarden Euro vom Staat für die Selbstzünder pro Jahr. „Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde, aber bis 2020“, sagte Krautzberger der Zeitung. Das Umweltbundesamt hatte wiederholt einen Abbau aller„umweltschädlichen Subventionen“ gefordert, darunter die niedrigere Diesel-Besteuerung. Eine der Folgen der Subventionen sei die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz attackierten die Autobosse. „Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt“, sagte die CDU-Politikerin. Nötig sei nun mehr Engagement für Zukunftstechnologien. „Die Frage, ob die deutsche Automobilindustrie diese Zeichen der Zeit erkannt hat, wird über ihre Zukunft entscheiden. Und damit über Hunderttausende von Arbeitsplätze.“Schulz sagte im Sommerinterview der ZDF-Sendung Berlin direkt, das Problem sei, dass „millionenschwere Manager bei VW, bei Daimler, die Zukunft verpennt haben“. Er fügte hinzu: „Wegen des kurzfristigen Effekts in ihren Bilanzen haben sie nichts investiert in den Bereichen, wo wir hätten investieren müssen.“ (mfz)