ACEA stellt Bedingungen fĂĽr CO2-Reduzierung
Europas Autoindustrie will sich nur unter bestimmten Bedingungen auf mittelfristig schärfere Emissionsziele für Kohlendioxid einlassen. Der europäische Autoherstellerverband ACEA schlägt zunächst eine Reduzierung der CO2-Abgasemissionen von 2021 bis 2030 von 20 Prozent vor.
(Bild: Daimler)
- dpa
(Bild:Â Daimler)
Europas Autoindustrie will sich nur unter bestimmten Bedingungen auf mittelfristig schärfere Emissionsziele für Kohlendioxid einlassen. Der europäische Autoherstellerverband ACEA schlägt zunächst eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 2021 bis 2030 von 20 Prozent vor. „Das ist eine scharfe Reduktion“, sagte Verbandspräsident und Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch (13. September 2017) auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt. Bedingung soll aber sein, dass die lokal ohne Abgase fahrenden Elektroautos künftig gut beim Käufer ankommen und eine entsprechende Ladeinfrastruktur vorhanden ist.
Das endgültige Reduktionsziel für das Jahr 2030 soll demnach 2025 überprüft werden. „Wenn Elektroautos von den Kunden stärker akzeptiert werden, könnten die Ziele auch noch höher gesetzt werden – und umgekehrt“, sagte Zetsche. Wie stark der Aufschwung bei Elektromobilität konkret sein müsse, damit die vorgeschlagenen Ziele umgesetzt werden können, müsse Gegenstand der Diskussion mit der EU-Kommission in Brüssel werden, sagte ACEA-Generalsekretär Erik Jonnaert.
Bis 2021 müssen Autohersteller nach EU-Vorgaben derzeit die Emission von CO2 in ihrer Fahrzeugflotte auf 95 Gramm pro gefahrenem Kilometer senken, sonst drohen ihnen empfindliche Strafen. Derzeit liegen etwa die deutschen Autohersteller Daimler und BMW noch deutlich über dieser Schwelle. Im vergangenen Jahr lag der Ausstoß pro gefahrenen Kilometer bei jeweils mehr als 120 Gramm. Die Dieselkrise erschwert den Autoherstellern, die Ziele zu erreichen, da Dieselmotoren im direkten Vergleich mit Benzinern wegen des geringeren Kraftstoffverbrauchs weniger CO2 ausstoßen. Derzeit sinkt der Marktanteil von Dieselfahrzeugen unter anderem wegen der Diskussion um Fahrverbote insbesondere bei privaten Autokäufern in Europa. Am Markt verfügbare Elektromodelle verzeichnen zwar hohe Wachstumsraten, das Niveau der Nachfrage ist aber weiter niedrig.
(mfz)