Gotoky: Mobilfunk-Ersatz bei Kickstarter

Gotoky nutzt lizenzfreie Frequenzbereiche für Kommunikation zwischen Smartphones. Jetzt soll das Funkmodul über Kickstarter groß werden.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 75 Kommentare lesen
Gotoky: Outdoor-Funkmodul bei Kickstarter
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Andrijan Möcker

Das niederländisch-slowenische Start-Up Gotoky hat am heutigen Dienstag seine Kickstarter-Kampagne für das gleichnamige Funkmodul gestartet. Gotoky ermöglicht mobilfunkunabhängige Kommunikation über freie Frequenzbänder mittels Sprache, Text und Positionen und wird dazu per Bluetooth 4.2 mit dem Smartphone verbunden. Die Reichweite soll bis zu 30km betragen. Der Hersteller sieht den Einsatz des Moduls dort, wo Handynetze ausgelastet, schlichtweg nicht vorhanden oder ausgefallen sind. In der Kickstarter-Kampagne erhält man ein Set mit zwei Geräten für 107 Euro.

Gotokies kommunizieren laut Hersteller auf 868 oder 915 MHz mit 500 respektive 1000mW Sendeleistung. Das Modul sei deshalb in den meisten Ländern lizenzfrei einsetzbar. Gotoky ist jedoch kein klassisches analoges Funkgerät mit App-Steuerung. Der Sendebetrieb erfolgt digital mit einem proprietären Verfahren. Die Geräte sind auch aufgrund der unterschiedlichen Frequenzen zu EU-PMR- oder amerikanischen FRS-Funkgeräten inkompatibel. Gotoky hat bereits eine CE-Zertifizierung für den EU-Betrieb erhalten, die Zertifizierung der US-amerikanischen Regulierungsbehörde FCC steht noch aus.

In der App: Gotoky-Nutzer können sich verbinden und den Standort des anderen anzeigen lassen.

Gotoky wird vollständig mit der App bedient. In der fertigen Version soll der Nutzer direkt oder in Gruppen mit anderen Nutzern verschlüsselt in Kontakt treten können. Neben Text und Positionen kann Gotoky kurze Sprachnachrichten bis zu acht Sekunden versenden. Die Notfallfunktion sendet einen Notruf inklusive Position an alle Gotokys in der Umgebung, unabhängig davon, ob man bereits mit den Inhabern kommuniziert hat. Das Modul dient jedoch nicht nur in Verbindung mit der App, sondern bei Bedarf auch autark als Relaisstation.

Als autarke Relaisstelle kann ein einzelnes Gotoky Nachrichten weiterleiten und so die Reichweite erhöhen.

Auf Anfrage von heise online erklärte das Unternehmen, dass aktuelle Prototypen bereits funktionieren und man derzeit eine Test-Produktion vornehme, um Fehler bei Beginn der Produktion auszuschließen. Zudem fokussiert das Unternehmen die App-Entwicklung, da es noch Bugs zu beseitigen gilt. Gotoky will im April 2018 die ersten Geräte an die Kickstarter-Geldgeber ausliefern.

Die Marktchancen von Gotoky sind fraglich: Zwar sind in den USA große Flächen ohne Mobilfunkabdeckung normal, jedoch hat sich hier schon vor einigen Jahren der Konkurrent goTenna breit gemacht. Europa hat eine vergleichsweise gute Netzabdeckung und nur in wenigen Ländern fallen noch Roamingkosten an. Interessierte können die Finanzierung von Gotoky noch bis zum 4. November unterstützen. (amo)