Studieren im drahtlosen LAN

Die Universität Bremen bietet Studenten und Lehrkräften Zugriff auf das nach eigenen Angaben größte universitäre Funknetzwerk Europas.

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Von
  • Karsten Violka

Statt mit einem Stapel Bücher wird man einige Studenten der Universität Bremen demnächst mit einem Laptop unter dem Arm antreffen. Das nach eigenen Angaben größte universitäre Funknetzwerk Europas verbindet Studenten und Dozenten drahtlos mit der 11 MBit schnellen IEEE802.11b-Technik.

Die Bremer Professorin Carmelita Görg sieht viele neue Anwendungen für das Funknetzwerk. Die Lehrveranstaltungen werden endlich von den ausgebuchten Rechnerpools unabhängig, denn in vielen Räumen der Uni sei bisher kein Netzzugang vorgesehen und keine Hardware vorhanden. Zunächst wird die Technologie selbst im Mittelpunkt des Interesses stehen: Die Studenten können Ideen für neue Netzwerkprotokolle entwickeln und umsetzen; für solche Praktika sei das System hervorragend geeignet. Ein interessantes Einsatzgebiet sei die Übermittlung standortbezogener Informationen. Das Netz soll den Nutzern je nach Aufenthaltsort die passenden Webseiten zeigen.

In einem anderen Projekt sollen multimediale Schulungen beispielsweise im Fachbereich Physik entwickelt werden. Im Rahmen von Prüfungen sieht Carmelita Görg die Möglichkeit, einen stärkeren Bezug zum Berufsalltag herzustellen. Die Studenten können nun in einer Klausur mit genau den Tools arbeiten, die sie auch später in der Praxis einsetzen.

Noch im Oktober sollen in der Hansestadt die ersten Lehrveranstaltungen der "Notebook-Universität" stattfinden. Zunächst profitieren die Fachbereiche der Natur-, Ingenieurs- und Sozialwissenschaften von dem Projekt.

Für die Wartung der Notebooks stehen auf dem Gelände Service-Stationen bereit. Damit auch weniger gut betuchte Studenten sich einen mobilen Rechner leisten können, richtet die Uni einen speziellen Sozialfonds ein. Einige Geräte will die Hochschule leihweise zur Verfügung stellen. Das Ziel des Projektes sei es, mit Hilfe der neuen Technologie auch ganz neue Lehrformen und Ideen zu entwickeln, an die bisher noch niemand denkt, sagte Carmelita Görg im Gespräch mit heise online. (kav)