Produktiver im Home-Office

Die Mehrheit der Telearbeiter glaubt, das sie zu Hause produktiver arbeiten können als im Betrieb.

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Von
  • David Adamczewski

Die Mehrheit der Telearbeiter glaubt, dass sie zu Hause produktiver arbeiten können als im Betrieb. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie der Universität Trier. Die Autoren Michael Jäckel und Christoph Rövenkamp hatten innerhalb von zweieinhalb Jahren 277 Beschäftigte, davon 68 Prozent Frauen und 32 Prozent Männer, aus 70 Unternehmen befragt.

Den Produktivitätsgewinn erklärten 85 Prozent der Befragten damit, dass sie sich während der Arbeit kaum gestört fühlten. 63 Prozent schätzten zudem die Möglichkeit, die Arbeitszeiten frei einteilen zu können. Erstaunlicherweise war aber nur rund die Hälfte der Befragten mit der häuslichen Arbeitsatmosphäre zufrieden.

Das Ausbildungsniveau der Beteiligten ist relativ hoch. 44 Prozent der Telearbeiter können einen Hochschulabschluss vorweisen; 46 Prozent der weiblichen Beschäftigten haben eine Lehre absolviert. Immerhin 24 Prozent der Frauen sind Fachhochschulabgänger. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die Erkenntnis, dass sich ein Großteil der Beschäftigten die Zeiten bei der Heimarbeit vollkommen anders einteilt als im Unternehmen.

Telearbeit ist aber auch ein Privileg. Dies sagen zumindestens 59 Prozent der Befragten und insbesondere Frauen. Nach eigenen Einschätzungen werden die Teilnehmer von manchen Kollegen im Büro beneidet.

Die Studie gibt zusätzlich Auskunft über die berufliche Mediennutzung der Heimarbeiter. Demnach nutzen Telebeschäftigte pro Tag durchschnittlich 79 Minuten für berufliche Kontakte. 49 Prozent der Zeit wird am Telefon verbracht; lediglich 37 Prozent verständigen sich per E-Mail. Das durchschnittliche Einstiegsalter in die Telearbeit liegt für Frauen bei 36 Jahren. Männer zögern den Schritt bis zum 43. Lebensjahr hinaus. (daa)