Toshiba entert Handheld-Markt
Mit dem Pocket PC Genio hat Toshiba seinen ersten Handheld vorgestellt - vorerst aber nur für Japan.
Jetzt ist es offiziell: Toshiba will den viel versprechenden Handheld-Markt nicht allein der Konkurrenz überlassen und hat heute den Genio in Japan vorgestellt. Der PDA (Personal Digital Assistant) ist ein Pocket PC mit Windows CE, der sowohl einen CompactFlash- als auch einen SD-Card-Slot hat. Mit einem StrongArm-Prozessor (206 MHz) und 32 MByte RAM dürfte die Rechenleistung auf dem Niveau eines Compaq iPAQ H36xx liegen. Wegen des Farbdisplays beträgt die Akkulaufzeit wohl nur einige Stunden.
Toshiba will den Genio sowohl mit als auch ohne MicroDrive, der IBM-Festplatte für den CompactFlash-Slot, ausliefern. Das Modell ohne MicroDrive soll im August in den Handel kommen; mit Festplatte wird der Genio laut Toshiba ab September in den japanischen Läden ausliegen. Noch dieses Jahr soll der Toshiba-Pocket-PC nach Nordamerika kommen. Wann der Eintritt in den europäischen Markt geplant ist, steht derzeit noch nicht fest.
Für Microsoft und seine Pocket-PC-Plattform kann Toshibas Auftritt im Handheld-Markt gar nicht hoch genug bewertet werden. Geht man davon aus, dass der Genio kein Versuchsballon ist, dann sieht der Konzern seine Handheld-Zukunft eher in den Pocket PCs als in Palm-OS-PDAs. Das könnte Signalwirkung haben, zumal fast alle wichtigen Notebook-Hersteller über kurz oder lang ihre Versionen von Handhelds vorstellen werden. Sony hat sich mit dem Clié bereits auf die Seite von Palm OS geschlagen. IBM hat bislang keine eigenen Handhelds im Programm, sondern verkauft schon seit geraumer Zeit Palm-Handhelds in ThinkPad-Schwarz. Fragt sich, wie lange IBM das noch macht, bevor der Gigant eigene Handhelds vorstellt – mit Windows CE oder Palm OS? Fujitsu-Siemens wird wohl ebenfalls Handhelds vorstellen – wobei sich natürlich sofort die Frage stellt, ob es das Siemens-Smartphone SX45 mit Windows CE sein wird, das in Kürze die Produktreife erreichen soll.
Trotz aller Unkenrufe beherrscht immer noch Palm mit seinem Betriebssystem den Markt, doch Insider gehen davon aus, dass es der Branchenprimus in Zukunft schwer haben wird. Zum einen sind die eher zaghaften Plattform-Verbesserungen an Palm OS kaum eine Motivation für Lizenznehmer, auf den Palm-OS-Zug aufzuspringen. Zum anderen unternehmen Firmen wie Casio und Compaq mehr denn je, um den Pocket PCs zur Handheld-Plattform Nummer eins zu machen. Vor allem Compaq drückt um jeden Preis die iPAQ-Serie in den Markt und lanciert eine Millionen-schwere PR-Aktion nach der anderen. Eines ist sicher: Das Rennen zwischen Pocket PC und Palm-OS-PDA wird immer spannender. (jr)