MSO Bespoke 720S

Hätten arabische Milliardäre nicht ihren eher lockeren Umgang mit Geld und ihren höchst speziellen Geschmack, gäbe es die Marke McLaren, so wie sie heute aufgestellt ist, gar nicht. Eine Aussage, die sich auch argumentativ belegen lässt. Da wäre zum einen dieser MSO Bespoke 720S

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MSO Bespoke 720S

(Bild: McLaren Automotive Limited)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Bernd Kichhahn

Beginnen wir mit einer provokanten Aussage: Hätten arabische Milliardäre nicht ihren eher lockeren Umgang mit Geld und ihren höchst speziellen Geschmack, gäbe es die Marke McLaren, so wie sie heute aufgestellt ist, gar nicht. Eine Aussage, die sich auch argumentativ belegen lässt. Da wäre zum einen dieser MSO Bespoke 720S. MSO steht für McLaren Special Operations. Eine Tochterfirma, die sich um die Individualisierung von Fahrzeugen kümmert und dieses Modell auf der Automesse in Dubai ausgestellt hat.

Das lässt sich aber auch mit den Ojjeh-Brüdern erklären. Der eine, Mansour Ojjeh, hatte bereits das Williams-Team gesponsert, bevor er bei McLaren einstieg und später sogar die Mehrheit übernahm. Aziz Ojjeh wollte einst zu seinem Geburtstag einen Kampfjet haben. Ein Spleen, dem das Pentagon allerdings einen Riegel vorschob. Stattdessen stellten die beiden McLaren Geld zur Verfügung, um den F1 zu entwickeln. Quasi als straßentaugliches Pendant zum Kampfjet.

MSO Bespoke 720S (6 Bilder)

Ausgangspunkt war der McLaren 720S mit seinem Vierliter-V8-Motor. (Bild: McLaren Automotive Limited)

McLaren hat also – schon aus Firmentradition – besonders gute Verbindungen in die arabische Welt. Verbindungen, die sich in eher extrovertierten Fahrzeugen manifestieren, wie eines auf der Dubai International Motor Show zu bestaunen war. Und damit zurück zum MSO Bespoke 720S. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein Einzelstück, das auf Bestellung des Kunden umgesetzt wurde. Basis ist ein 720S mit Vierliter-V8 mit Twinturbo. Doch MSO musste noch einmal 120 Arbeitsstunden oben drauf packen, um die Wünsche umzusetzen.

Den größten Brocken (30 Arbeitsstunden) beanspruchte der Spoiler, der eine Reminiszenz an Bruce McLaren sein soll. Zur Erinnerung: Der starb im Alter von 33 Jahren und hinterließ der Welt unter anderem folgendes Zitat: „Life is measured in achievement, not in years alone.” Und diesen Spruch hat sich der Kunde ins arabische übersetzen und auf den Spoiler kleben lassen. Doch Dubai wäre nicht Dubai, wenn der Kunde anschließend nicht ein wenig eskalierte bei der Besprechung der Aufpreisliste. Das Hitzeblech am Motor ist aus 24-karätigem Gold, die Felgen bekamen einen Goldanstrich und im Innenraum wurden Paddles, Lenkrad und Türverkleidung mit diesem Material veredelt. Selbstverständlich ist das Fahrzeug ein Einzelstück. Es wurde sogar eine Plakette montiert, die das bestätigt.

Doch nicht nur Gold, auch Kohlefaser gab es im Angebot. Frontsplitter, vordere Lufteinlässe, Dach, Außenspiegel, Motorabdeckung, Schweller, Lenkrad, Blenden und die hintere Stoßstange wurden durch individualisierte Versionen aus Kohlefaser ersetzt. Nach der Dubai International Motor Show wurde der MSO Bespoke 720S dem Kunden übergeben. Wir sind gespannt, was der Wagen in ein paar Jahren auf einer Auktion erzielen wird. (chlo)