Platz für Online-Werbung wird verdreifacht
Mit bis zu drei Mal so großen Werbebannern soll die Online-Werbung aus der Krise geführt werden. Vorbild sind die Printmedien.
Das Internet Advertising Bureau (IAB), eine Non-Profit-Organisation der alle großen US-amerikanischen Online-Medien angehören, gibt heute neue Richtlinien für die Gestaltung von Online-Werbung bekannt. Eingeführt werden insgesamt sieben neue Werbeformate, die stark an das Erscheinungsbild von Werbung in Printmedien erinnern und bis zu drei Mal so groß sind wie die bisher üblichen Werbebanner. Sogenannte "Wolkenkratzer"-Anzeigen können sich beispielsweise seitlich über ganze Websites erstrecken. Auch können Textpassagen künftig durch Werbeblöcke getrennt werden.
"Das will ich auch!" war von den Online-Werbekunden zu hören, nachdem beispielsweise das Online-Magazin CNet damit begonnen hatte, großflächige und zum Teil interaktive Werbeanzeigen in seine Websites einzubinden. CNet zog damit die Konsequenz aus der zunehmenden Ablehnung der 1996 vom IAB eingeführten Form- und Größenvorschrift für Werbebanner und plaziert seine Werbung jetzt nicht mehr unauffällig in den oberen Ecken, sondern, ähnlich wie in Zeitschriften oder Zeitungen, an den Stellen, wo der Wiedererkennungswert am größten ist: In der Mitte und am Rand.
Der neue CNet-Bannertyp bietet auch die Möglichkeit, innerhalb einer Anzeige verschiedene Links anzuwählen, ohne dass die CNet-Site selbst verlassen werden muss. Der Erfolg gibt CNet letztendlich recht: Die "Klickrate", also die Häufigkeit mit der Betrachter tatsächlich auf Werbebanner klicken, konnte entgegen dem Trend in kürzester Zeit deutlich gesteigert werden.
"Die Notwendigkeit einer Veränderung war hier Mutter des Gedankens", erklärt Jim Nail, Werbefachmann der Internet-Consultingfirma Forrester Research. Mit der herkömmlichen Bannerwerbung hätte man in letzter Zeit "keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken können". Nail ist davon überzeugt, dass das Online-Anzeigengeschäft durch die neue Gestaltung der Werbeanzeigen wieder frischen Wind bekommt. (pmz)