Management Data: Die neue Pleite am neuen Markt

Das Hamburger Mediensoftware-Unternehmen Management Data Media Systems ist am Ende.

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  • dpa

Die nächste Pleite am Neuen Markt ist perfekt. Das Hamburger Software-Unternehmen Management Data Media Systems AG stellte heute den Antrag auf ein Insolvenzverfahren. Es sei nicht gelungen, die Gespräche mit potenziellen Investoren über neue Finanzmittel rechtzeitig abzuschließen, um die Insolvenz abzuwenden, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Verhandlungen sollen aber durch den vorläufigen Insolvenzverwalter fortgesetzt werden.

Management Data entwickelt und vertreibt Software für Radio- und Fernsehsender und sollte sich zu einem weltweit operierenden Mediensystemhaus entwickeln. Firmenchef und Großaktionär Holger Antz gründete das Unternehmen bereits vor 15 Jahren und war bei deutschen Rundfunkanstalten gut im Geschäft. Nach dem Börsengang im Jahr 1999 kaufte Management Data im April 2000 die britische Omnibus Systems Ltd, einen der weltweit größten Anbieter von TV-Steuerungstechnik. Außerdem gründete das Unternehmen als Tochtergesellschaft die webantz GmbH, die Internet-Projekte von Medienkunden realisieren sollte und zum Beispiel den Auftrag für das Internet-Portal der Kirch-Gruppe erhalten hat.

Die Erträge des Unternehmens hielten jedoch mit der schnellen Expansion, die auch die USA und Asien erfassen sollte, nicht Schritt. Die Umsätze stiegen schnell, die Verluste noch schneller. Im vergangenen Jahr erreichte Management Data bei einem Umsatz von 73,2 Millionen DM (37,4 Millionen Euro) einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 14,4 Millionen DM. Im ersten Quartal des laufenden Jahres lag der Verlust bereits bei 7,3 Millionen DM, bei einem Umsatz von 15 Millionen DM.

Auch der Einstieg des Großinvestors Global Emerging Markets (GEM), der sich mit fünf Millionen Euro bei Management Data engagierte, reichte nicht aus, um die Liquidität aufrechtzuerhalten. Die Tochtergesellschaften Omnibus Systems und D.A.V.I.D., wo das operative Kerngeschäft mit Rundfunkanstalten angesiedelt ist, arbeiten jedoch laut Management Data mit Gewinn. Die Gruppe beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. (dpa) / ()