Militärs investieren in Verschlüsselungs-Software
Die Angst vor 'E-Terroristen’ führt bei Regierungen und Militärs zum verstärkten Einsatz von Verschlüsselungssoftware, so das Ergebnis einer Studie.
Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan fürchten Militärs und Regierungen stärker denn je Angriffe von 'E-Terroristen'. Die zunehmende Bedrohung für die Datensicherheit von Militärs und staatliche Einrichtungen durch Hacker oder Spionage lassen den Markt für Verschlüsselungstechnologie boomen, meint die Consulting-Firma daher.
Nach der Studie mit dem Titel "World Military and Government High Assurance Network and Data Encryption Market" ist der weltweite Umsatz mit entsprechender Software im vergangenen Jahr auf 176 Millionen US-Dollar gestiegen. Dabei wurden knapp 60 Prozent der Umsätze in den USA erzielt. Europa (ohne die Staaten des ehemaligen Ostblocks) lag mit 33 Prozent an zweiter Stelle, vor Asien. Im Jahr 2007 sollen fast eine halbe Milliarde US-Dollar aus den Staatskassen in diesen Markt fließen, prognostizieren Frost & Sullivan. Erfasst wurden hierbei nur Verschlüsselungstechnologien, die für den Einsatz im "Secret"- bis "Top-Secret"-Bereich zugelassen sind.
"Hacker sind nicht mehr nur daran interessiert, Dienste zu behindern oder Viren einzupflanzen", sagt Frost & Sullivan Analyst in Brooks Lieske. "Sie betreiben auch weniger auffällige, aber potenziell schädlichere Aktivitäten, wie das Lesen von E-Mails und das Ausspionieren von Internetseiten und Computern."
Vom US-amerikanischen Geheimdienst NSA bis hin zur NATO erwarten die Autoren der Studie künftig verstärkte Investitionen zur Verbesserung der Datensicherheit. Wegen des großen Risikos, das mit dem Betrieb von Netzwerken einhergeht, bevorzugen die Anwender vielschichtige Sicherheitssysteme. Militärische Stellen bekunden derzeit zudem ein steigendes Interesse an Verschlüsselungssoftware für drahtlose Datenübertragungen. (thd)