Dmmk: Kopfprämie für Internet-Weiterbildung

Einhundert Markt spendiert Baden-Württemberg künftig all den Bürgern, die sich fürs Informationszeitalter fitmachen wollen.

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  • Monika Ermert

Einhundert Markt spendiert Baden-Württemberg künftig all den Bürgern, die sich fürs Informationszeitalter fitmachen wollen. Der Zuschuss für den Volkshochschulkurs im Webseiten- oder Datenbankmanagement unter dem Motto "Internet für alle" gehört zu einem Maßnahmenkatalog, den der baden-württembergische "Medienminister" Christoph Palmer bei der Eröffnung des 9. Deutschen Multimediakongresses (dmmk) am heutigen Mittwoch in Stuttgart vorstellte. Bis zum Freitag präsentieren sich bei der angeschlossenen Multimedia und Publishing Market 500 Unternehmen und 170 Referenten. Palmer wünschte sich allerdings noch mehr internationale Beachtung für den Branchentreff und empfahl, "Topstars" nach Stuttgart zu bringen.

Denn, obwohl man mit 30.000 Unternehmen im Bereich neue und alte Medien und der mit 44 Prozent laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen höchsten Internetnutzung spitze sei, werde man einfach nicht so wahrgenommen, bedauerte Palmer. Mehr Standortmarkting steht daher auf dem Programm der gerade wieder gewählten Landesregierung. Insgesamt eine halbe Milliarde investiert das Land in seine Zukunftsoffensive III, um durch Gründerförderung, Risikokapitalfonds, Businessplanwettbewerbe, Ausbildungsmaßnahmen den IuK-Bereich im Land weiter zu stärken. Maßnahmen wie das "Internet für alle" sollen in den Kommunen und im Mittelstand der Netznutzung auf die Sprünge helfen.

Gerade im Mittelstand habe sich der Einstieg ins netzgestützte Wirtschaften nämlich deutlich verlangsamt, stellte in der anschließenden Podiumsdiskussion zum Management in der New Economy, IBM-Geschäftsführer Erwin Staudt fest. Die jetzt vielzitierte "Krise" könnte nun zu einem Nichteinstieg mittlerer und kleinerer Unternehmen führen, warnte auch Bertelsmann-Vorstand Klaus Eierhoff.

Von einer Krise der New Economy könne man angesichts der aktuellen Zahlen eigentlich gar nicht sprechen, sagte in der anschließenden Podiumsdiskussion der Präsident des veranstaltenden Deutschen Multimedia Verbandes Rainer Wiedmann. Die Krise sei allenfalls ein langsameres Wachstum, die Kursstürze mancher Unternehmen seien geradezu irrational, wenn man ihren Cash-Flow betrachte. Barrieren für die New Economy sah Wiedmann unter anderem bei der langsamen Anpassung gesetzlicher Regelungen an neue Dienste, beispielsweise könne man bei Location-based-Marketing auch dem US-Markt endlich einmal voranschreiten. Über die Freigabe der Daten von Mobilbenutzern muß der Gesetzgeber erst noch entscheiden, der M-Commerce ist eines der Schwerpunktthemen in Stuttgart.

Auch beim E-Government drohe die Bundesregierung einen Zug zu verpassen, mit dem man sich international an die Spitze stellen könnte, warnte Ulrich Dietz, Geschäftsführer vom Webdienstleister GFT Technolgies. Ein Multimediakanzler, eine Initiative D21 und mehr Hardware in den Schulen nütze der Branche weniger als solch ein Einstieg ins "virtuelle Regieren". Dazu fehlt es aber, auch in Baden-Württembergs Verwaltung, noch an ausreichend ausgestatteten Arbeitsplätzen. (Monika Ermert) / (wst)