Apple: iPhone-Drosselung wurde "nicht absichtlich" verschwiegen
In einer Anhörung vor dem kanadischen Parlament betonte Apple, man habe Kunden “nicht absichtlich” vorenthalten, dass iPhones unter Umständen ausgebremst werden. Die interne Kommunikation will der Konzern nicht offenlegen.
iPhone 6, 6s, SE und iPhone 7 werden von iOS unter bestimmten Umständen automatisch ausgebremst.
(Bild: dpa, Monica Davey)
Apple beharrt darauf, in Hinblick auf die automatische Drosselung von iPhones nichts bewusst verschwiegen zu haben: Auf der Anhörung durch einen Ausschuss des kanadischen Unterhauses betonte eine Managerin des Konzerns, “es war nicht absichtlich” und Apple glaube auch nicht, “irgendetwas zu irgendeiner Zeit missverständlich kommuniziert” zu haben, wie CBC News berichtet. Man habe sich für die Angelegenheit entschuldigt, weil Kunden “nicht direkt von uns gehört haben”, so die für juristische Angelegenheit bei Apple Kanada zuständige Managerin.
Die Aufforderung eines kanadischen Parlamentsmitglieds, die interne Kommunikation rund um die Drosselung offenzulegen, wies ein Apple-Anwalt zurück – unter Verweis auf die bereits in den USA und weiteren Ländern angestrengten Sammelklagen.
Apple sieht Drosselung als iPhone-Lebensverlängerung
In einer Stellungnahme im Vorfeld der Anhörung betonte Apple erneut, der “einzige Zweck” der durch ein Software-Update eingeführten Drosselung liege darin, ältere iPhones mit abgenutzten Batterien weiterhin verwenden zu können – ohne dass sich diese unerwartet ausschalten. Die Maßnahme sei nicht dafür gedacht, Nutzer “zum Kauf neuer Geräte zu treiben”.
(Bild:Â Apple)
Apple hat im Dezember eingeräumt, dass iOS die Leistung bestimmter iPhone-Modelle unter bestimmten Umständen drosselt – etwa bei altem Akku, geringem Akkuladestand oder Kälte.
Neue Modelle wie das iPhone X und iPhone 8 sollen das Problem durch “Hardware-Updates” nicht mehr aufweisen, dort versagt derzeit aber der Blitz bei Kälte.
iPhone-Akkutausch bis Ende des Jahres billiger
Bis Ende 2018 bietet Apple den Akkutausch zum reduzierten Preis von knapp 30 Euro an statt gewöhnlich knapp 80 Euro an. Mit dem voraussichtlich im März erscheinenden Update iOS 11.3 können Nutzer die iPhone-Drosselung erstmals abschalten. Neben zahlreichen Sammelklagen, die Kunden in mehreren Ländern angestrengt haben, untersuchen auch Behörden und Wettbewerbsschützer die Angelegenheit in verschiedenen Ländern.
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(lbe)