AOL entwickelt interaktive Dienste für China
AOL Time Warner und der PC-Hersteller Legend Holdings wollen gemeinsam interaktive Dienste für den chinesischen Markt entwickeln.
Wie bereits angekündigt, werden AOL Time Warner und Legend Holdings (LH) zusammen interaktive Dienste für den chinesischen Markt entwickeln. Aus diesem Grund haben gestern der amerikanische Mediengigant und der chinesische PC-Hersteller ein Joint-Venture gegründet. Möglich wurde das 200 Millionen US-Dollar Joint-Venture durch den Beitritt Chinas zur World Trade Organization.
Weiterhin verpflichtete sich AOL dazu, das LH-Portal www.fm365.com mit Inhalten zu pflegen. Legend Chairman Liu Chuanzhi, der mit seinem Unternehmen an dem Joint-Venture mit 51 Prozent die Mehrheit hält, sagte gegenüber US-Medien: "Die Zusammenarbeit wird Chinas-Industrie spürbar beeinflussen." Sein Vertragspartner Gerald Levin, CEO des US-Mediengiganten, charakterisierte in einer gemeinsamen Erklärung die Vereinbarung als "den wichtigsten Schritt, um dem Versprechen weltweites Internet näherzukommen".
Besonders die PC-Zuwachsraten von jährlich mehr als 50 Prozent deuten auf ein äußerst lukratives Geschäft für AOL Time Warner hin. Hinzu kommen 30 Millionen chinesische Internetnutzer, davon 1,7 Millionen registrierte LH-User, die das US-Unternehmen als Kunden gewinnen will. Dazu kann sich AOL Time Warner die beinahe marktbeherrschende Stellung von Legend Holdings zu Nutze machen, die zurzeit 40 Prozent aller PC-Verkäufe in China abwickeln. Denkbar wäre in Zukunft auch eine Kopplung von LH-PCs und der AOL Zugangssoftware. Die Zensur von Internetinhalten durch die chinesische Regierung berührt AOL Time Warner jedoch nicht. Gegenüber US-Medien gab sich der amerikanische Medienkonzern kämpferisch: "Wir unterstützen rigoros redaktionelle Unabhängigkeit und künstlerische Freiheiten – so verdienen wir das Vertrauen unserer Leser, der Zuschauer, Zuhörer und der Teilnehmer." (daa)