Web.de will eigene Aktien kaufen

Das Karlsruher Internetportal Web.de plant den Rückkauf von bis zu 3,8 Millionen eigener Aktien zum Tageskurs.

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Von
  • Dorothee Wiegand

Das Karlsruher Internetportal Web.de plant den Rückkauf von bis zu 3,8 Millionen eigener Aktien. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 280 Millionen Euro (547 Millionen Mark) sei die Aktie zu stark unterbewertet, teilte das Unternehmen heute in Karlsruhe mit. Der geplante Rückkauf entspreche etwa zehn Prozent des Grundkapitals. Es sei im Sinne der eigenen Aktionäre die ertragreichste Anlage, sagte Finanzvorstand Robert Gratzl. Auf der für den 15. Mai vorgesehenen Hauptversammlung soll über den Rückkauf abgestimmt werden.

Ein Indiz für die vermutete Unterbewertung liefert eine heute bei Web.de veröffentlichte Pressemitteilung. Dem Text zufolge verfügt das Portal über 4,5 Millionen namentlich registrierte Kunden. Lege man den gegenwärtigen Marktwert von 280 Millionen Mark zugrunde, so die Meldung weiter, sei bei "Abzug des Bestands an liquiden Mitteln", jeder Kunde mit unter 30 Euro bewertet. Nach Ansicht von Sprecher Berg stehen Konkurrenten wie freenet und Lycos, bei denen jeder Kunde mit rund 1000 Euro bewertet werde, deutlich besser da.

Sollte die Hauptversammlung von Web.de dem Aktiendeal zustimmen, soll der Rückkauf der Aktien "zeitnah und zum Tageskurs" erfolgen, sagte der für Investor Relations zuständige Wirtschaftssprecher von Web.de, Richard Berg, auf Anfrage von heise online. Der Wert pro Aktie lag heute bei 7,98 Euro. Kurz nach dem Börsengang im Februar 2000 notierte die Web.de-Aktie noch bei 61 Euro. Mit 3,86 Euro hatte das Wertpapier am 3. April dieses Jahres einen Tiefstand erreicht. (dwi)