Formel 1: Mercedes Fehleranalyse und Hamilton-Vertrag

Trotz deutlich überlegenem Auto hat sich Mercedes den ersten Formel-1-Sieg der Saison 2018 nehmen lassen. Grund dafür war ein Strategiefehler. Doch Teamchef Toto Wolff schließt für die kommenden Rennen eine Wiederholung der folgenschweren Panne aus

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Für Mercedes hat die Formel-1-Saison nicht gut begonnen. Trotz deutlich überlegenem Auto hat sich die Mannschaft den Sieg nehmen lassen. Grund dafür war ein Strategiefehler. Doch Mercedes-Teamchef Toto Wolff schließt für die kommenden Rennen eine Wiederholung der folgenschweren Panne aus. „Wir haben sichergestellt, dass wir verstehen, was schiefgelaufen ist, und dass es sich in Zukunft nicht in einer ähnlichen Form wiederholen kann“, sagte er vor dem zweiten Saisonlauf in Bahrain am kommenden Wochenende.

Die Strategie-Software hatte den nötigen Abstand zu Ferrari-Pilot Sebastian Vettel vor dessen Boxenstopp falsch kalkuliert. Vettel kam unerwartet vor Hamilton zurück auf die Strecke und konnte die Führung bis ins Ziel verteidigen. Bitter für Mercedes angesichts der Überlegenheit, die sich in der Qualifikation zeigte: Im entscheidenden Moment war Hamilton mehr als 0,6 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte – in der Formel 1 ein Riesenunterschied.

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Hamilton kann der aktuellen Saison vergleichsweise entspannt entgegensehen. Er gilt als einer der besten Fahrer ...
(Bild: Mercedes)

Daher wirkt es sehr zurückhaltend, wenn Wolff bei den kommenden Rennen mit heftiger Gegenwehr der Konkurrenz rechnet. „Wir haben erwartet, dass die neue Saison hart umkämpft sein würde und das erste Rennen hat diese Annahme bestätigt“, sagte Wolff. Doch aktuell scheint Mercedes wieder derart überlegen, dass sie bei einem normalen Rennverlauf nicht an die Grenze gehen müssen, um die Gegner hinter sich zu halten. Ferrari muss sich dagegen mit einem gut aufgestellten Red-Bull-Team beschäftigen, die in diesem Jahr deutlich näher an der Spitze sind als im vergangenen Saison.

Mercedes ist sich mit Formel-1-Weltmeister Hamilton weitgehend über einen neuen Vertrag einig. „Er ist so gut wie in trockenen Tüchern. Lewis und wir sind absolut auf einer Wellenlänge“, wird Teamchef Wolff in der Sport Bild (Ausgabe vom 4. April 2018) zitiert. Der Kontrakt soll dem Magazin zufolge über drei Jahre laufen und Hamilton erneut einen üppigen Gehaltssprung ermöglichen. Vor der Unterschrift seien Wolff zufolge aber noch letzte Details zu klären. „Ein solcher Vertrag umfasst über 100 Seiten mit entsprechend vielen Punkten. Und das alles muss erst mal durchgeackert werden“, sagte er.

Der Brite Hamilton fährt seit 2013 für das deutsche Werksteam. In der vergangenen Saison wurde Hamilton zum vierten Mal Weltmeister. Sein aktueller Vertrag endet nach dieser Saison. Hamilton gilt auch in diesem Jahr wieder als Favorit auf den Titel. Er gilt als einer der besten Fahrer – und sitzt aktuell im schnellsten Auto. Letzteres kann sich in der Formel 1 freilich schnell ändern. Ferrari hat beim 2018er-Auto mehr riskiert und den neuen Wagen noch nicht komplett entschlüsselt. Gut möglich also, dass die Italiener im Laufe der Saison mehr Druck machen können als es in der ersten Qualifikation den Anschein hatte.

(mit Material der dpa)

(mfz)