SCM Microsystems schreibt rote Zahlen

Einmalaufwendungen infolge von FirmenĂĽbernahmen fĂĽhrten bei SCM zum Minus im Jahr 2000. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 158 Millionen US-Dollar.

vorlesen Druckansicht 3 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Holger Dambeck

Einen Umsatzrekord von 52 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2000 meldet SCM Microsystems. Im Geschäftsjahr 2000 erreichte das deutsch-amerikanische Unternehmen einen Umsatz von 158 Millionen US-Dollar, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings schrieb SCM trotz des Wachstums rote Zahlen: Der Nettoverlust für 2000 beträgt knapp 5 Millionen US-Dollar. 1999 erwirtschaftete das Unternehmen noch ein Plus von 9 Millionen US-Dollar.

Ursache für die Verluste im Jahr 2000 seinen Einmalaufwendungen, erklärte SCM am heutigen Mittwoch in Fremont/Kalifornien. Bei den Kosten von insgesamt 12 Millionen US-Dollar handelt es sich nach SCM-Angaben um "Abschreibungen auf redundante F&E-Projekte", Kompensationen für Aktien-Optionen sowie Akquisitions-, Vergleichs- und Restrukturierungsaufwendungen. Diese Kosten seien durch die Übernahmen von Microtech International, 2-Tel und Dazzle entstanden – Dazzle wiederum hatte Mitte vergangenen Jahres den Consumer-Bereich des Digital-Video-Spezialisten Fast übernommen.

Auch müssten die Firmenwerte dieser von SCM übernommenen Unternehmen über einen gewissen Zeitraum abgeschrieben werden; diese so genannten Goodwill-Abschreibungen beeinflussten die Liquidität jedoch nicht, da es sich nicht um tatsächlich angefallene Kosten handelt, erklärte SCM. Ohne Einmalaufwendungen und Goodwill-Abschreibungen hätte das Unternehmen einen Jahresüberschuss vor Steuer von 10 Millionen US-Dollar erzielt.

SCM sieht sich aber weiter auf dem richtigen Weg. CEO Robert Schneider hob die starke Nachfrage nach Sicherheitsmodulen für Digital-TV und gestiegene Verkaufszahlen im Segment Bildbearbeitung hervor. SCM bietet Lösungen für einen "bequemen und gesicherten Zugang zu digitalen Inhalten und Diensten" an. Dazu gehören Hard- und Software für Chipkarten-Lesegeräte, Digitalkameras sowie Settop-Boxen. Die Europazentrale von SCM Microsystems befindet sich in oberbayerischen Pfaffenhofen.

Die Börse reagierte enttäuscht auf die heute vorgelegten Zahlen: Der Kurs sackte nach Handelsöffnung um 9 Prozent ab. Vor einem halben Jahr verlor die Notierung sogar 30 Prozent, weil das Umsatzwachstum die Anleger enttäuscht hatte. (hod)