High-Tech-Drohnen für Katastrophenschutz und Großveranstaltungen

Feuerwehren und Hilfsorganisationen setzen bei ihren Einsätzen immer häufiger auf Drohnen. Ein neues Drohnenteam des Arbeiter-Samariter-Bund ist startbereit.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 15 Kommentare lesen
High-Tech-Drohnen für Katastrophenschutz und Großveranstaltungen

(Bild: dpa, Marc Müller)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Rheinland-Pfalz soll künftig eine Drohne zur Aufklärung und Rettung beitragen. "Drohnen geben die Möglichkeit, sich relativ schnell einen Überblick über eine Lage zu verschaffen", sagte Stefan Schaaf, ASB-Landesbeauftragter für Funk im Katastrophenschutz, der Deutschen Presse-Agentur.

In Zukunft soll die High-Tech-Drohne bei Großveranstaltungen, in der Nähe von Gefahrenstoffen oder in ausgebrannten Gebäuden eingesetzt werden. Der Octopcopter, eine Flugdrohne mit acht Rotoren, steht dem Kreisverband Worms/Alzey zur Verfügung. Pirmasens habe aber auch schon Interesse für ein eigenes Team angemeldet, sagte Schaaf. Das Deutsche Rote Kreuz etwa setzt Drohnen bereits zur Wasserwacht ein.

Das ehrenamtliche Octocopter-Team besteht aus einem Piloten, der die Drohne steuert, einem Kameraoperator und einem dritten Teammitglied, bei dem alle Live-Bilder im Einsatzwagen zusammenlaufen. Mit Hobby-Drohnen sei das Gerät nicht vergleichbar, es habe 30.000 Euro gekostet.

Auch andere Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Rheinland-Pfalz und Freiwillige Feuerwehren setzen schon vereinzelt Drohnen zur Rettung ein. "Wir befürworten den Ausbau, brauchen aber ein abgestimmtes Konzept mit den Kommunen", sagte eine Sprecherin des DRK-Landesverbands.

Das Technische Hilfswerk (THW) setzt noch keine eigenen Multicopter ein. "Wir sind aber an der Entwicklung einer eigenen Drohne dran", sagte Steffen Lensing, Einsatzkoordinator des Landesverbands. Im Ortsverband Heusweiler im Saarland setze das THW aber schon Drohnen aus dem Privatsegment zur Erprobung ein.

Einen Vorteil gegenüber Einsatzkräften am Boden habe der Octocopter zum Beispiel bei der Personensuche, erklärte Schaaf. "Einen Wald zu Fuß zu durchkämmen, ist nie ganz genau. Der Octocopter ermöglicht eine Eins-zu-Eins-Überwachung aus der Luft." Die Drohne könne zum Beispiel eine mit GPS-Halsbändern ausgestattete Hundestaffel automatisch verfolgen.

Häufiger werde die Drohne allerdings im Katastrophenschutz bei Großveranstaltungen wie dem Tag der Deutschen Einheit oder Rock am Ring eingesetzt. "Perspektivisch kann man die Drohnen auch zur Vermessung von Einsatzorten einsetzen", sagte Lensing vom THW. Das werde aber noch einige Jahre dauern. (tiw)