Neue Abschirmung für Handys entwickelt

Wissenschaftler haben ein neues Material zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlung entwickelt.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Wissenschaftler der Hongkong University of Science and Technology haben nach eigenen Angaben ein neues Material zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlung entwickelt. Das nanostrukturierte Verbundmaterial soll inbesondere Schutz vor der von Mobiltelefonen ausgehenden Strahlung bieten – in Laborversuchen hat ein dünner Film 50 Prozent der elektromagnetischen Strahlung bei 900 MHZ und 70 Prozent der Strahlung bei 1800 MHz absorbiert. Im vergangenen Herbst hatten Wissenschaftler dieser Forschungsgruppe eine neue Form von schallabsorbierendem Material vorgestellt. Die Schall-Kristalle funktionieren ähnlich wie photonische Kristalle.

Im Prinzip lässt sich elektromagnetische Strahlung natürlich auch mit Metall abschirmen, aber eine solche Abschirmung wäre vergleichsweise schwer. "Das Material ist sehr dünn, sehr leicht und sehr preiswert", sagte Ge Weikun, Mitglied der Forschergruppe an der Hongkong University of Science and Technology am Donnerstag. Das nur 0,5 Millimeter dicke Material könne, zwischen zwei Plastikschichten eingebettet, in das Handy eingebaut werden. Im Januar hatte eine medizinische Studie erstmals einen statistischen Zusammenhang zwischen Krebs und der Benutzung von Handys hergestellt. Bisher gibt es allerdings keinerlei gesicherte Beweise für eine mögliche Gesundheitsgefährdung.

Auch die britische Firma JK MicroTechnology will ihre Kunden vor möglichen Gesundheitsgefahren durch Handys schützen: Sie stellte Ende Februar eine speziell geformte Gummiröhre vor, die an ein handelsübliches Mobiltelefon angeschlossen wird. Diese leitet zwar die Schallwellen aus dem Handylautsprecher weiter zum Ohr des Nutzers, verschluckt aber alle energiereichen Anteile der risikobehafteten Mikrowellenstrahlung. Die Entwickler haben nach eigenen Angaben auf die akustischen Leiter ein Patent angemeldet und in diesen Wochen mit der Produktion begonnen. (wst)