Digitaler Bilderrahmen als Babysitter

Wer ein Foto seiner Liebsten auf dem Wohnzimmerschrank stehen hat, kann sich in Zukunft auch direkt von dem Wohlbefinden seiner Enkelkinder oder GroĂźeltern ĂĽberzeugen.

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Wer ein Foto seiner Liebsten auf dem Wohnzimmerschrank stehen hat, kann sich in Zukunft auch direkt von dem Wohlbefinden seiner Enkelkinder oder Großeltern überzeugen. Im Rahmen der Aware Home Research Initiative (AHRI) der Future Computing Environments Group (FCE) entwickeln Professor Elizabeth Mynatt und Jim Rowan vom Georgia Institute of Technology derzeit einen neuartigen digitalen Bilderrahmen, der Informationen über die Aktivitäten der überwachten Person anzeigt.

Das Digital Picture Portrait besteht aus einem Flatscreen, bei dem in der Mitte das Foto von den Großeltern oder Kindern als JPEG-Datei zu sehen ist. Darum herum wird ein Rahmen aus bunten Mustern abgebildet. Dieser Rahmen visualisiert vier Aspekte: Gesundheit, Interaktionen mit anderen Personen, physische Aktivitäten und spezielle Ereignisse. Unter Gesundheit fallen dabei die Schlaf und Essenszeiten der Person, aber auch das Wetter und der Zustand der Wohnung. Jede Seite des Rahmens ist noch einmal in drei Bänder unterteilt, wobei das innerste Band die aktuellsten Informationen wiedergibt. Je dichter die Muster gezeichnet werden, umso besser ist es um den jeweiligen Aspekt bestellt.

Die Muster und Farben sollen dabei künstlerischen und ästhetischen Ansprüchen genügen und können für Bilder von Kindern und Großeltern individuell abgestimmt werden. Während bei Kindern beispielsweise ein Muster mit Fernsehern anzeigt, wie häufig die Kleinen vor der Glotze sitzen, sind es bei den Großeltern Balletttänzerinnen, die Unternehmungen außer Haus anzeigen. So lassen sich die Bilderrahmen auch ohne langes Studium von Gebrauchsanweisungen intuitiv interpretieren. Wer Genaueres wissen will, braucht nur auf den berührungsempfindlichen Flatscreen zu tippen und erhält detaillierte Angaben.

Um die ganzen Informationen zu sammeln, arbeitet Mynatts Gruppe momentan noch mit simplen Kontaktsensoren, die an den Möbeln der zu überwachenden Person angebracht sind. So lässt sich kontrollieren, ob Türen oder Schränke geöffnet werden. Zehn druckempfindliche Bodensensoren des Smart Floor können darüber hinaus die Bewegungen der Zielperson auf Schritt und Tritt überwachen. Weitere Sensoren könnten laut Annelies van Bronswijk von der Technischen Universität Eindhoven zum Beispiel in der Toilette angebracht werden, um den Flüssigkeitsverlust zu überwachen, da alte Menschen leichter dehydrieren. Die so gesammelten Informationen werden dann via Internet zum Zielrechner übertragen und auf dem digitalen Bilderrahmen dargestellt. (hag)